Altenburg. Das 4. Philharmonische Konzert am 11. Februar im Landestheater Altenburg wird vom Reußischen Kammerorchester Gera e.V. gestaltet, das damit auch seinen 50. Geburtstag feiert. Die Leitung hat Andreas Hartmann (Violine), Konzertmeister des MDR Sinfonieorchesters.
Solist ist Günter Gäbler (Oboe). Das Konzert beginnt 19.30 Uhr, die Einführung 18.45 Uhr.
„Barock beschwingt“ haben die Musiker auf ihre Fahnen geschrieben und sich die Großmeister der Barockmusik für ihr Programm ausgewählt, die die Menschen in England, Frankreich, Deutschland und Italien in Schwung brachten: Henry Purcell, genannt »Orpheus britannicus«, wurde in London für seine geistliche und weltliche Musik gefeiert, u.a. mit den Opern »Dido and Aeneas« und »The Fairy Queen«, letztere eine Bearbeitung von Shakespeares »Ein Sommernachtstraum«. Jean-Philippe Rameau arbeitete lange Zeit am Hofe des Königs Ludwig XV. in Paris und Versailles und schrieb in dieser Funktion zahlreiche Ballettmusiken. Georg Philipp Telemanns Instrumentalwerke sind oftmals stark von französischen und italienischen, gelegentlich auch folkloristischen polnischen Einflüssen geprägt. Im Gegensatz zu Johann Sebastian Bach brachte es Telemann zu Lebzeiten zu großer Berühmtheit. Ähnlich produktiv und anerkannt war damals nur Antonio Vivaldi. Ob Chaconne, Passacaglia, Marche, Allemande, Courante, Sarabande oder Gigue: Barockmusik erbaut und erfreut heute wie vor rund 350 Jahren.
Aufbauend auf die Tradition der Hofkapelle des Reußischen Hofes, die sich bis ins Jahr 1696 zurückverfolgen lässt, entwickelte sich das Geraer Konzertleben über viele Stufen bis hin zum Philharmonischen Orchester Gera. Aus den Reihen der Solisten und Mitglieder dieses Orchesters wurde 1960 das Kammerorchester der Bühnen der Stadt Gera gegründet. In Würdigung der Verdienste des Fürstenhauses Reuß j.L. beim Bau und der künstlerischen Leitung des Reußischen Theaters erfolgte 1989 die Umbenennung in Reußisches Kammerorchester e. V.
Konzertreisen führten das Kammerorchester nicht nur in verschiedene Bundesländer, sondern auch nach Bulgarien und Österreich. Höhepunkte waren Konzerte mit dem Thomanerchor Leipzig und dem Dresdner Kreuzchor. Herausragend in der Geschichte des Reußischen Kammerorchesters ist sicher die musikalische Begleitung der ersten beiden Gottesdienste zum Fest der Weihe der Dresdner Frauenkirche, einem Ereignis von internationalem Interesse.
Programm:
Henry Purcell (1659-1695): Tanzsuite »The Fairy Queen«
Jean-Philippe Rameau (1683-1764): Quadrille à la cour
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Konzert für Oboe, Violine und Orchester c-Moll BWV 1060
Georg Philipp Telemann (1681-1767): » Ouvertüre D-Dur verbunden mit einer tragikomischen Suite TWV 55:D17
Antonio Vivaldi (1678-1741): Aus »Die vier Jahreszeiten«, »Der Winter«
Evelyn Böhme-Pock, Pressereferentin