Kaufbeuren. Das am Sonntag kurzfristig für 16.00 Uhr angesetzte Spiel zwischen dem ESV Kaufbeuren und den Eispiraten Crimmitschau ging knapp, aber verdient mit 1:0 an die Westsdachsen. Damit wurde zugleich das dritte diesjährige Aus- wärtsspiel im südlichen Bundesland Bayern siegreich gestaltet.
„Nach den Erfolgen in München und in Garmisch-Partenkirchen gewann die Mannschaft des Trainers Wayne Hynes in der bayerischen Luft erneut, und die scheint dem Team wahrscheinlich sehr zu liegen“, freute sich einer der etwa 40 nach Kaufbeuren mitgereisten Fans. Den einzigen Treffer des Eishockeynachmittags und somit das Goldene Tor, aber auch das erste Tor für seinen Heimatverein, erzielte Neuzugang André Schietzold. Und noch einer glänzte bei den Westsachsen: Tobias Güttner stand erstmalig im Tor der Eispiraten, da Coach Hynes Marko Suvelo schonte und dem gelang bei seinem Debüt gleich ein Shut Out. Tobias Güttner wurde bekanntlich als Standby-Torwart verpflichtet, der noch vor Ende der Wechselfrist die Lizenzierung bei den Westsachsen erhielt. Güttner stand in den letzten Jahren regelmäßig als zweiter oder dritter Torwart in DEL-Teams auf dem Eis und trainierte bislang im Team der Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg. Bei den Eispiraten absolvierte Güttner zunächst ein Probetraining, danach einigte man sich bis Saisonende. „Im Training hat er eine gute Figur abgegeben, so dass ich denke, dass er eine gute Absicherung für uns darstellt, weshalb wir für seine Bereitschaft zur Unterstützung sehr dankbar sind“, schätzt Trainer Wayne Hynes die Situation ein. Begleitet wurde die äußerst niveauarme Begegnung vor 1.762 Zuschauern von einer ebenso schwachen Leistung des Gastschiedsrichters Michael Sauer (Schweiz). Im Team der Eispiraten fehlten: Wunderlich, Schmerda und der sich im Juniorenspiel verletzte Hannes Albrecht. Nachdem die Gäste anfangs besser ins Spiel fanden, konnte Kaufbeuren in der häufigen „Dauerüberzahl“ das Spiel ausgeglichener gestalten. Die Eispiraten hatten aufgrund einer miserablen Vorstellung der Joker aber wenig Mühe Gegentore zu verhindern. „In Kaufbeuren trafen heute zwei Teams aufeinander, die vor allem eines verstanden: Ja keinen richtigen Spielfluss aufkommen lassen. Entsprechend sah das Spiel aus. Bis zum 0:1 und nur unterbrochen durch ein kurzes Aufbäumen der Joker. Einfach unansehnlich“, so weiter die Meinung des Fans. In der 34.Minute dann wenigstens ein Tor: Scott Champagne bedient Verteidiger Daniel Rau und jener schickt im Powerplay 5-4 André Schietzold in die Spur. Und der lässt Joker-Goalie Thomas Tragust keine Chance. Im Schlussdrittel verteidigten die Westsachsen ihren knappen Vorsprung. Beide Mannschaften zeigten sich im Defensivverhalten stärker als im Vorwärtsgang, denn die Angriffsreihen vergaben all ihre Möglichkeiten mehr oder weniger kläglich. Joker-Coach Ken Latta nahm seinen Goalie vom Eis, das hätte durchaus auch das 2:0 für den ETC werden können. Daniel Menges Versuch Sekunden vor Schluss war nicht mehr von Erfolg gekrönt, es blieb bei diesem einzigen Tor. In der Pressekonferenz zeigte sich Gästecoach Hynes glücklich über die drei Punkte, „die sehr wichtig fürs Selbstvertrauen des Teams sind“.
Drittelergebnisse 0:0, 0:1, 0:0
Strafzeiten: Kaufbeuren 12 Minuten, Eispiraten Crimmitschau 24 Minuten.
Wolfgang Wukasch