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Ausbildungsmarkt im Altenburger Land: Mehr Bewerber, weniger Ausbildungsplätze |

(Foto: Bild wurde mit KI generiert und dient lediglich zur Veranschaulichung.)

Ausbildungsmarkt im Altenburger Land: Mehr Bewerber, weniger Ausbildungsplätze

Arbeit & Wirtschaft Familie, Kinder & Jugend
31.10.2026, 10:53 Uhr
Von: Agentur für Arbeit Thueringen Ost
Im Altenburger Land steigt die Zahl der Ausbildungsbewerber um zwölf Prozent. Gleichzeitig melden Unternehmen 17 Prozent weniger Ausbildungsplätze.

Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2025/2026 fällt im Altenburger Land unterschiedlich aus: Die Zahl der Jugendlichen, die sich bei der Berufsberatung für eine Ausbildung oder ein duales Studium gemeldet haben, ist gestiegen. Gleichzeitig ging das Angebot der Unternehmen deutlich zurück. 29 junge Menschen suchen weiterhin aktiv einen Ausbildungsplatz.

Mehr Jugendliche suchen eine Ausbildung im Altenburger Land

Zum Abschluss des Ausbildungsmarktes 2025/2026 waren im Landkreis Altenburger Land insgesamt 231 Jugendliche als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gemeldet. Das waren 25 Personen beziehungsweise zwölf Prozent mehr als im vorangegangenen Beratungsjahr.

Zum Abschluss der Vermittlungsperiode suchten noch 29 Jugendliche aktiv nach einer Ausbildungsstelle oder einem dualen Studienplatz. Die übrigen Bewerberinnen und Bewerber hatten sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative gefunden.

Unternehmen melden deutlich weniger Ausbildungsplätze

Dem gestiegenen Interesse der Jugendlichen steht ein rückläufiges Ausbildungsplatzangebot gegenüber. Die Unternehmen im Altenburger Land meldeten im Ausbildungsjahr 2025/2026 insgesamt 383 Ausbildungs- und duale Studienplätze. Das waren 79 Stellen beziehungsweise 17 Prozent weniger als im Vorjahr.

Rechnerisch kamen damit auf 100 gemeldete Ausbildungsplätze 62 Bewerberinnen und Bewerber.

Die Zahlen zeigen, dass das Angebot an Ausbildungsstellen im Landkreis weiterhin größer war als die Zahl der gemeldeten Bewerber. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass alle Jugendlichen und Unternehmen zusammenfinden. Berufswünsche, Anforderungen und regionale Angebote passen nicht immer zusammen.

Diese Ausbildungsberufe sind im Altenburger Land gefragt

Die Jugendlichen, die zum Abschluss des Ausbildungsjahres noch auf der Suche waren, interessierten sich insbesondere für folgende Berufe:

  • Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik
  • Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung
  • Fachlagerist
  • Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel
  • Industriekaufmann oder Industriekauffrau
  • Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement
  • Medizinische Fachangestellte
  • Friseurinnen und Friseure
  • Tierpfleger mit Fachrichtung Zoo
  • Floristinnen und Floristen

Die Liste verdeutlicht die Bandbreite der Berufswünsche – von technischen und kaufmännischen Berufen über IT bis hin zu Gesundheits-, Dienstleistungs- und Tierpflegeberufen.

Ausbildungsmarkt in Ostthüringen: Weniger Stellen, mehr Bewerber

Auch im gesamten Agenturbezirk Thüringen Ost zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung. Bis zum Abschluss des Ausbildungsjahres waren insgesamt 2.427 Jugendliche als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung oder ein duales Studium gemeldet. Das waren 85 Personen beziehungsweise vier Prozent mehr als im Vorjahr. 222 Jugendliche suchten zum Abschluss der Vermittlungsperiode noch aktiv.

Die Unternehmen meldeten insgesamt 3.823 Ausbildungs- und duale Studienplätze. Das waren 386 Stellen beziehungsweise neun Prozent weniger als im vorherigen Beratungsjahr. Rein rechnerisch kamen damit auf 100 Ausbildungsplätze 67 Bewerberinnen und Bewerber.

Insgesamt blieben 243 Ausbildungs- und duale Studienplätze unbesetzt. Dazu gehörten vor allem Stellen für Sozialversicherungsfachangestellte in der Rentenversicherung, Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer, Konstruktionsmechaniker und Fachkräfte für Lagerlogistik.

Agentur für Arbeit sieht weiterhin ungenutztes Potenzial

Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Ost, bewertet die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt als ambivalent. Einerseits sei die Zahl der jugendlichen Bewerber erneut gestiegen, andererseits hätten die Unternehmen weniger Ausbildungsplätze gemeldet.

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage habe sich dadurch etwas geschlossen. Dennoch hätten nicht alle Unternehmen davon profitieren können. Der Bedarf der Betriebe an künftigen Fachkräften bleibe hoch.

Scholz weist zudem darauf hin, dass nicht einmal jeder zweite Jugendliche, der grundsätzlich eine berufliche Ausbildung anstrebt, tatsächlich eine solche aufnimmt. Angebot und Nachfrage fänden somit nicht immer zusammen.

Berufsberatung unterstützt Jugendliche bei der Suche

Jugendliche, die noch auf der Suche nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium sind, können sich weiterhin an die Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit wenden. Die Beratung ist telefonisch und per Videotelefonie möglich.

Die Hotline ist unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 erreichbar.

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