Am 14. März 2026 um 15 Uhr bietet Burg Posterstein eine öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Gesichter der Wismut“ an. Rike Schreiber, die Ausstellungsmacherin und Projektkoordinatorin von der Gedenkstätte Amthordurchgang, wird die Besucher durch die Ausstellung führen, die bis zum 19. April 2026 zu sehen ist. Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und im regulären Museumseintritt enthalten.
In ihrer Präsentation beleuchtet Rike Schreiber den strahlenden Alltag sowie die Geheimnisse und Folgen des Uranabbaus in der DDR. Die Ausstellung wurde mit Unterstützung von Jugendlichen konzipiert und thematisiert persönliche Erinnerungen, die für die Museumsarbeit von großer Bedeutung sind.
Das Museum erinnert die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Dörfer daran, ihre eigenen Erfahrungen rund um die Wismut zu teilen. Diese Erlebnisse sind nicht nur für die, die dort arbeiteten, sondern auch für Angehörige und Unbeteiligte relevant. Ein Zeitzeugengespräch findet am 18. März 2026 um 18 Uhr im Café „Zur eisernen Bank“ statt. Interessierte können sich zur besseren Planung unter (034496) 22595 oder per E-Mail an museum@burg-posterstein.de anmelden.
Die Wanderausstellung zeigt bis zum 19. April 2026 beeindruckende Ergebnisse eines Projekts, das zwischen 2022 und 2024 in der Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera realisiert wurde. Jugendliche forschten in Brigadetagebüchern, Urlaubsfotos, Restaurant-Karten und mehr, um Zeugnisse des Uranabbaus und seiner Auswirkungen zu sammeln.
Die Wismut hat die Regionen Erzgebirge und Ostthüringen entscheidend geprägt – von den sichtbaren Schachtanlagen und Straßennamen bis hin zu individuellen Familiengeschichten und Traditionen. Die gesammelten Stimmen und Eindrücke eröffnen Einblicke in das, was in der Region durch den Uranabbau noch immer im Verborgenen liegt.
Bereits 2000 Besucherinnen und Besucher haben die Ausstellung seit ihrer Eröffnung am 25. Januar 2026 besucht. Viele haben rege Fragen und kritische Anmerkungen an die Kuratorin geäußert, die den intergenerationalen Dialog und verschiedene Erzählperspektiven zur Wismut-Vergangenheit fördern möchte.
Die Wanderausstellung „Gesichter der Wismut“ wird im Laufe des Jahres nach Zinnowitz an der Ostsee und Witten im Ruhrgebiet reisen, um auch dort einen Austausch über partizipative Geschichtsforschung zu ermöglichen.
Zusätzlich plant die Gedenkstätte Amthordurchgang ein neues Projekt mit dem Titel „Was vom Yellow Cake übrig blieb“, das sich mit der postindustriellen Gegenwart und den Strukturvergleichen zwischen Ost- und Westdeutschland auseinandersetzen wird. Dieses Projekt wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt.
Die Ausstellung und die begleitenden Veranstaltungen bieten eine wertvolle Gelegenheit für alle, sich mit der Geschichte der Wismut auseinanderzusetzen und sie aktiv mitzugestalten.
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