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Restaurierung chinesischer Tuschezeichnungen: Einblicke in ein besonderes Projekt | Ausstellungsansicht „Koffer, Kutschen und Kartons – 200 Jahre Ankommen in Altenburg“ mit chinesischen Tuschezeichnungen (um 1720), Schlossmuseum Altenburg, 2026

Ausstellungsansicht „Koffer, Kutschen und Kartons – 200 Jahre Ankommen in Altenburg“ mit chinesischen Tuschezeichnungen (um 1720), Schlossmuseum Altenburg, 2026 (Foto: Philipp Hort)

Restaurierung chinesischer Tuschezeichnungen: Einblicke in ein besonderes Projekt

Kunst, Kultur & Freizeit
24.09.2026, 12:53 Uhr
Von: Steven Ritter, Altenburger Museen
Wie lassen sich 300 Jahre alte, großformatige chinesische Tuschezeichnungen restaurieren und wieder sicher handhaben? Der Papierrestaurator Lars Herzog-Wodtke berichtet über ein besonderes Projekt im Lindenau-Museum Altenburg.

Die Restaurierung großformatiger chinesischer Tuschezeichnungen

Vortrag mit dem Restaurator Lars Herzog-Wodtke am 1. Oktober 2026 im Lindenau-Museum Altenburg

Am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, um 18 Uhr gibt der Essener Papierrestaurator Lars Herzog-Wodtke im Lindenau-Museum Altenburg Einblicke in die Restaurierung von 15 großformatigen chinesischen Tuschezeichnungen aus dem Besitz Bernhard August von Lindenaus.

Die Zeichnungen wurden bereits 1845, noch zu Lebzeiten Lindenaus, in die Rüstkammer des Residenzschlosses Altenburg überführt. Vor Beginn der Restaurierungsarbeiten befanden sie sich in einem so schlechten Zustand, dass eine sichere Handhabung nicht mehr möglich war. Inzwischen konnten die Werke stabilisiert und wieder in einen handhabbaren Zustand versetzt werden. Zwei der restaurierten Zeichnungen sind derzeit in der Ausstellung „Koffer, Kutschen und Kartons“ im Schlossmuseum Altenburg zu sehen.

In seinem Vortrag berichtet Lars Herzog-Wodtke über die besonderen Herausforderungen des Projekts und stellt die von ihm und seiner Werkstatt ausgeführten Restaurierungsmaßnahmen vor. Für das Konvolut wurde eigens eine neue Technik entwickelt, die bei der Bearbeitung der Zeichnungen zum Einsatz kam.

Die chinesischen Tuschezeichnungen aus dem Bestand des Residenzschlosses Altenburg entstanden um 1720 während der Regierungszeit des Kangxi-Kaisers, des zweiten Kaisers der Qing-Dynastie. Die großformatigen Arbeiten wurden in spezialisierten Werkstätten für den europäischen Markt hergestellt. Einige sind bemalt, andere bedruckt. Vergleichbare chinesische Zeichnungen wurden in Europa mitunter als Wandbespannungen oder Tapeten in repräsentativen Kabinetten verwendet. Für eine solche Nutzung im Residenzschloss Altenburg gibt es bislang jedoch keine Belege. Zudem sind die Zeichnungen in zeitgenössischen Rahmen gefasst.

Lars Herzog-Wodtke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freiberuflicher Papierrestaurator für staatliche und private Bibliotheken, Archive und Museen sowie im Bereich der Denkmalpflege. Er war an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt und als Gastdozent an der Fachhochschule Köln tätig. Darüber hinaus arbeitet er an der Akademie für Denkmalpflege in Fulda.

Die Restaurierung der 15 chinesischen Tuschezeichnungen wurde mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Projekts „Lindenau21PLUS“ realisiert.

Veranstaltung im Überblick

  • Datum: Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Beginn: 18 Uhr
  • Veranstaltung: Vortrag „Die Restaurierung der großformatigen chinesischen Tuschezeichnungen aus dem Besitz Lindenaus“
  • Referent: Lars Herzog-Wodtke, Essen
  • Ort: Lindenau-Museum Altenburg, Kunstgasse 1
  • Teilnahme: frei

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