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Wenn Literatur zu Bildern wird: Vortrag über Altenbourg und Bobrowski | Gerhard Altenbourg, Der Schilfstrich am Strom, 1968, © Stiftung Gerhard Altenbourg/VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Gerhard Altenbourg, Der Schilfstrich am Strom, 1968, © Stiftung Gerhard Altenbourg/VG Bild-Kunst, Bonn 2026 (Foto: Lindenau-Museum Altenburg)

Wenn Literatur zu Bildern wird: Vortrag über Altenbourg und Bobrowski

Kunst, Kultur & Freizeit
20.09.2026, 12:04 Uhr
Von: Steven Ritter, Altenburger Museen
Wie wird aus dichterischer Sprache eigenständige Bildkunst? Die Kunsthistorikerin Karoline Schmidt spricht im Residenzschloss Altenburg über Gerhard Altenbourgs Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Johannes Bobrowski.

„Strömungen“: Gerhard Altenbourg und Johannes Bobrowski

Altenburg. Unter dem Titel „Strömungen – Gerhard Altenbourg zeichnet und druckt Johannes Bobrowski“ widmet sich die Kunsthistorikerin Karoline Schmidt am Donnerstag, 24. September 2026, der besonderen Beziehung zwischen dem Altenburger Zeichner und Grafiker Gerhard Altenbourg (1926–1989) und dem Schriftsteller und Lyriker Johannes Bobrowski (1917–1965).

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Bachsaal des Residenzschlosses Altenburg. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Altenbourg auf Bobrowskis Dichtung reagierte und wie aus der literarischen Anregung eine eigenständige Bildsprache entstand.

Ausgangspunkt ist das 1969 entstandene Mappenwerk „Über dem Strom ein Gezweig. Altenbourg Blätter zu Bobrowski“. Es bezieht sich auf Bobrowskis Gedichtband „Sarmatische Zeit“ aus dem Jahr 1961. Für die Mappe wählte Altenbourg persönlich zehn Gedichte aus und verband sie mit Lithografien und Holzschnitten.

Altenbourg als „bildnerischer Übersetzer“

Karoline Schmidt zeigt, wie Altenbourg die Sprache Bobrowskis mit unterschiedlichen druckgrafischen Verfahren in Beziehung setzte. Die Lithografie ermöglicht fließende Übergänge, Schabungen und das Hervorholen von Licht. Der Holzschnitt arbeitet dagegen mit tiefen Schnitten, harten Kanten und starken Kontrasten. Dadurch entsteht eine sprödere und zugleich verletzlichere Bildwirkung.

Altenbourg sei dabei nicht als Illustrator Bobrowskis zu verstehen, sondern als „bildnerischer Übersetzer“. Poetische Motive und sprachliche Bewegungen werden in Material, Linien, Druckfarbe und Leerräume übertragen.

Der Vortrag führt von der konkreten Verbindung zwischen Literatur und Bildender Kunst zu einer grundsätzlichen Frage: Wie können Kunstwerke Erinnerung, Geschichte und Vergänglichkeit sichtbar machen, ohne das Geschehene lediglich abzubilden?

Altenbourgs Arbeiten zu Bobrowski zeigen, wie aus poetischen Worten eigenständige Bilder entstehen können. Diese entwickeln ihre eigene Sprache und bewahren zugleich die historische Dimension der zugrunde liegenden Texte.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms des Lindenau-Museums zum 100. Geburtstag Gerhard Altenbourgs statt und ist Teil der Vortragsreihe „Ein Abend für Gerhard Altenbourg“.

Die Veranstaltung im Überblick

  • Termin: Donnerstag, 24. September 2026, 18 Uhr
  • Vortrag: „Strömungen – Gerhard Altenbourg zeichnet und druckt Johannes Bobrowski“
  • Referentin: Karoline Schmidt
  • Ort: Residenzschloss Altenburg, Bachsaal
  • Eintritt: frei; um Spenden wird gebeten

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