Die Uraufführung von Josephine Hock und Miku Sophie Kühmel widmet sich in einer Mischung aus Rechercheprojekt und Objekttheater den Lebenswegen in und aus Ostthüringen.
Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, rückt die Inszenierung den Strukturwandel im Osten aus Sicht derer in den Fokus, die hier leben – fernab von klischeehaften Außenansichten. Grundlage des Stücks ist eine intensive Spurensuche in der Region. Die Künstlerinnen, beide in Thüringen verwurzelt, führten zahlreiche Gespräche mit Bewohnern, um individuelle Geschichten über Umbrüche seit dem Ende der DDR einzufangen. Josephine Hock, Trägerin des Berliner IKARUS-Preises, und die preisgekrönte Autorin Miku Sophie Kühmel (Shortlist Deutscher Buchpreis 2019) bringen diese Biografien über persönliche Gegenstände auf die Bühne. Ein Abba-Fan-Beutel, ein Akkordeon oder eine Schreibmaschine, auf der einst ein folgenschweres Flugblatt entstand, werden zu zentralen Erzählern des Abends.
Das Projekt greift einen aktuellen Trend an ostdeutschen Bühnen auf: die dokumentarische Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Dabei ist der Abend bewusst zweigeteilt: Nach dem künstlerischen Teil lädt das Team das Publikum an eine gedeckte Tafel ein, um über das Gesehene und eigene Erinnerungen ins Gespräch zu kommen.
Das Puppentheater Gera bietet zur Premiere eine Audiodeskription und eine Tastführung auf der Bühne für blinde und sehbehinderte Menschen an. Ermöglicht wurde dies durch eine neue technische Anlage, die ebenfalls durch die Bundesstiftung Aufarbeitung finanziert wurde.
Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de
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