Unter dem Motto „October Core - Zwischen Laub, Lobbyismus und linken Utopien" fand am Wochenende des 30.10.-01.11. die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Thüringen in Weimar statt. Dabei wurde Luisa Zinke als Sprecherin im Amt bestätigt. Neu als Co-Sprecher gewählt wurde Gregor Hollmann. Komplettiert wird der Vorstand von Philipp Kuch, der die Politische Geschäftsführung übernimmt, und Sophie Degenhardt als Schatzmeisterin.
Neben der Wahl des neuen Vorstands setzte sich der Jugendverband mit seiner politischen Ausrichtung auseinander. Im beschlossenen Leitantrag verbindet die Grüne Jugend Thüringen soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz mit einer grundlegenden Kritik an den bestehenden Wirtschafts- und Machtverhältnissen. Denn die Klimakrise und soziale Ungleichheit lassen sich aus Sicht des Verbandes nicht unabhängig voneinander betrachten: Ein Wirtschaftssystem, das Profite über Menschen und ökologische Grenzen stellt, verschärft beide Krisen.
„Ein rein technologischer Wandel hin zu sogenannten grünen Technologien reicht nicht aus, wenn sich an den Grundlagen unserer Wirtschaftsweise nichts ändert. Wer sich hinter einem grünen Kapitalismus versteckt und unter diesem Deckmantel die Energiewende vorantreibt, verschiebt die Ungerechtigkeit lediglich in den Globalen Süden. Dort werden Rohstoffe unter zerstörerischen Bedingungen abgebaut, während Konzerne weiterhin Profite auf Kosten von Menschen und Natur machen. Echter Klimaschutz kann deshalb nur durch eine sozial gerechte Transformation gelingen", erklärt Sprecherin Luisa Zinke.
Der Leitantrag richtet sich dabei auch gegen den politischen Einfluss großer Vermögen und fossiler Lobbyinteressen. Statt die Kosten der Krisen auf die breite Bevölkerung abzuwälzen, fordert die Grüne Jugend Thüringen unter anderem eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und von Unternehmensübergewinnen, bezahlbares Wohnen, einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und eine demokratische Kontrolle wirtschaftlicher Entscheidungen.
Landessprecher Gregor Hollmann betont: „Eine solidarische Gesellschaft entsteht nicht von allein. Wir müssen Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam für Veränderung kämpfen können. Ob in der Schule, im Betrieb oder im eigenen Viertel: Wir wollen Vereinzelung überwinden und Menschen dazu ermutigen, sich gemeinsam gegen Ungerechtigkeit zu organisieren. Denn eine andere, gerechtere Gesellschaft ist möglich - wenn wir sie zusammen erkämpfen."
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