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Hitze in der Stadt – Stadtbäume als möglicher Lösungsansatz | Der Spitzahorn mit seiner Sorte „Globosum“ auf dem Schmöllner Markt.

Der Spitzahorn mit seiner Sorte „Globosum“ auf dem Schmöllner Markt. (Foto: Landratsamt Altenburger Land)

Hitze in der Stadt – Stadtbäume als möglicher Lösungsansatz

Pressemitteilungen
21.06.2024, 12:31 Uhr
Von: Jörg Reuter, Öffentlichkeitsarbeit Landratsamt Altenburger Land
Wie können Stadtbäume zur Verbesserung der thermischen Belastungen im urbanen Raum beitragen?

Altenburg/Schmölln. Bäume sind schön, sie spenden Schatten und sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Eigenschaften, die auch in Städten gefragt sind. Nicht zuletzt deshalb wachsen Bäume seit jeher auch innerorts auf Plätzen, an Straßen und zwischen Häuserzeilen. Und es könnten für Einwohner und Natur noch etliche mehr sein. Aus diesem Grund sind Stadtbäume Thema für die Forschung, aber genauso für den Naturschutzbeirat des Altenburger Landes sowie den Fachdienst Natur- und Umweltschutz im Landratsamt.

Alle drei Sichtweisen kamen jüngst auf Einladung der unteren Naturschutzbehörde zusammen. Lukas Baumgärtel, der im Rahmen seines Studiums bereits als Praktikant im Landratsamt tätig war, stellte die Inhalte seiner Masterarbeit den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Naturschützern vor. „Hitze in der Stadt – Wie können Stadtbäume zur Verbesserung der thermischen Belastungen im urbanen Raum beitragen?“, so die Frage der Arbeit. Empirisches Forschungsobjekt für den jungen Mann, der an der Hochschule Anhalt studierte, war die Stadt Schmölln. Sein besonderes Augenmerk legte Baumgärtel auf die Frage, welche Baumarten mit den prognostizierten Klimaveränderungen zukünftig in Ortschaften am besten klarkommen.

In einem 13 Hektar großen Areal hat Baumgärtel die dort wachsenden Bäume der Stadt Schmölln erfasst. Dabei zählte er insgesamt 81, 54 davon einheimische Baumarten. „In aktuellen Studien werden rund 43 Baumarten empfohlen, die für einen urbanen Lebensraum geeignet sind. Darunter befinden sich natürlich viele der heimischen Bäume“, so Baumgärtel. Dennoch sind sich Wissenschaft und Praxis einig: Zukünftig wachsen andere Arten in den Ortschaften als in der Vergangenheit. Darunter werden auch nicht einheimische Gehölze sein.

Doch nicht jede Baumart, die bedingt durch ihr natürliches Vorkommen auch im Stadtklima gedeiht, ist geeignet. Ein Beispiel ist der am Schmöllner Bahnhof stehende Götterbaum. Er sei zwar ein Gewächs, das besser als die meisten die heißen und trockenen innerörtlichen Verhältnisse verträgt. „Aber die Art ist invasiv und breitet sich stark aus, deshalb ist dringend davon abzuraten diese zu pflanzen“, erläutert Baumgärtel.

Unproblematischer dagegen ist etwa die ursprünglich aus Japan stammende Baum-Magnolie, die es zwei Mal im untersuchten Stadtgebiet rund um den Markt gibt. Auf diesem wachsen in Schmölln Spitzahorn-Bäume der Sorte „Globosum“ mit ihren kleinen kugelartigen Kronen. In der Wissenschaft, so Baumgärtel, wird diese Art zu den am besten für das Stadtklima geeigneten Arten gezählt. Der Spitz-Ahorn ist einheimisch und gehört zu den Baumarten, die nachweislich die Artenvielfalt fördern. Er bevorzugt auch an natürlichen Standorten sonnige und trockenere Bereiche wie zum Beispiel Waldränder.

Erkenntnisse, die Kommunen helfen können, findet Thomas Neidhardt. Der Forstassessor aus dem Fachdienst Natur- und Umweltschutz war zweiter Betreuer der Masterarbeit. Bei der Frage welche Bäume zukünftig gepflanzt werden sollten, gebe die Masterarbeit auf mehr als 100 Seite eine gute Entscheidungshilfe. Dem schlossen sich die Mitglieder des Naturschutzbeirates einhellig an. Wie wichtig und notwendig sachkundige Beratung sei, zeige sich an vielen Beispielen in den Kommunen auch im Altenburger Land, wo Bäumen oft viel zu wenig Raum für ihre Wurzeln gegeben wird, ergänzte das Gremium.

Ebenfalls ein Faktor, der das Leben eines Stadtbaums wesentlich bestimmt. Und je länger dieses währt, umso größer sind die positiven Effekte für das städtische Klima und die Natur. „Denn erst in späteren Lebensphasen, wenn Bäume ihre Kronen komplett ausgebildet haben, kommen die gewünschten Eigenschaften voll zum Tragen“, erklärt Neidhardt.

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