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Fast alle 15 Minuten rückt in Thüringen eine Feuerwehr aus | Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung

Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung (Foto: Ronny Franke)

Fast alle 15 Minuten rückt in Thüringen eine Feuerwehr aus

Pressemitteilungen
02.10.2026, 16:48 Uhr
Von: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR INNERES, KOMMUNALES UND LANDESENTWICKLUNG
Thüringens Feuerwehren wurden 2025 zu 35.900 Einsätzen alarmiert. Die Gesamtzahl ging leicht zurück, zugleich stiegen die Brand- und insbesondere die Großbrandeinsätze deutlich an.

Die Thüringer Feuerwehren sind im vergangenen Jahr zu 35.900 Einsätzen (2024: 36.442) alarmiert worden. Das entspricht durchschnittlich fast 100 Alarmierungen pro Tag – oder nahezu einem Einsatz alle 15 Minuten. Während die Gesamtzahl der Einsätze gegenüber 2024 leicht zurückging, mussten die Feuerwehren deutlich häufiger Brände bekämpfen. 5.349 Brandeinsätze (2024: 4.881) bedeuten einen Anstieg um 9,6 Prozent. Besonders stark nahm die Zahl der Großbrände zu: 225 (2024: 154) und damit 46 Prozent mehr. Das geht aus dem Brand- und Katastrophenschutzbericht 2025 hervor, den Innenminister Georg Maier heute in Mühlhausen vorgestellt hat.

„Praktisch jede Viertelstunde wird irgendwo in Thüringen eine Feuerwehr alarmiert. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann der Pieper losgehen. Unsere Feuerwehren sind eine tragende Säule der Sicherheit in Thüringen – und das weit über die klassische Brandbekämpfung hinaus“, sagte Innenminister Georg Maier.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Vegetationsbränden. 868 Brände von Gras, Heide, Busch, Moor oder Ackerflächen (2024: 583) wurden registriert. Bei Wald- und Baumbränden waren es 433 Einsätze (2024: 310). Eine besondere Bewährungsprobe war der Vegetationsbrand auf der Saalfelder Höhe bei Gösselsdorf. Bei dem flächenmäßig größten Vegetationsbrand, den es bislang in Thüringen gegeben hat, waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Freistaat gefordert.

Auch abseits von Bränden bleibt die Belastung hoch. Die Feuerwehren absolvierten 24.471 Hilfeleistungseinsätze (2024: 25.042). Besonders häufig unterstützten sie dabei den Rettungsdienst: 5.085-mal (2024: 4.773). Einen neuen Höchststand erreichten die Einsätze für Menschen in Notlagen mit 4.080 Fällen (2024: 3.969). Dazu gehören beispielsweise die Suche nach Vermissten oder die Befreiung von Menschen aus Aufzügen und anderen Notsituationen.

Innenminister Maier: „Feuerwehr bedeutet heute längst mehr als Feuer löschen. Unsere Kameradinnen und Kameraden retten Menschen, unterstützen den Rettungsdienst, helfen bei Unwettern und stehen bei großen Schadenslagen bereit. Der Waldbrand auf der Saalfelder Höhe hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig gut ausgebildete Kräfte, moderne Technik und eine funktionierende Zusammenarbeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg sind.“

Trotz veränderter kommunaler Strukturen bleibt die personelle Basis der Feuerwehren weitgehend stabil. In Thüringen gab es 538 Feuerwehren (2024: 554) mit 1.518 Freiwilligen Stadt- beziehungsweise Ortsteilfeuerwehren (2024: 1.560). Der Rückgang ist insbesondere Folge von Gemeindezusammenschlüssen und der damit verbundenen Neuorganisation der Feuerwehren. Die Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen verringerte sich nur gering: um 0,8 Prozent auf 33.897 (2024: 34.169). Weniger Feuerwehren bedeutet damit nicht, dass Einsatzkräfte in vergleichbarem Umfang verloren gegangen sind. Vielmehr entstehen durch Zusammenschlüsse größere Strukturen und werden vorhandene Kräfte gebündelt.

Das Rückgrat des Thüringer Feuerwehrwesens bleibt dabei das Ehrenamt. 32.699 aktive Feuerwehrangehörige (2024: 33.081) engagierten sich ehrenamtlich. Das sind rund 96,5 Prozent aller aktiven Feuerwehrangehörigen. Zugleich stieg die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten auf 1.198 (2024: 1.088). Besonders deutlich war der Zuwachs bei den hauptamtlichen Kräften innerhalb der Freiwilligen Feuerwehren: 267 (2024: 172). Sie können insbesondere bei besonderen Aufgaben die ehrenamtlichen Strukturen entlasten.

„Weniger einzelne Feuerwehrstrukturen bedeuten nicht weniger Sicherheit. Wo Gemeinden zusammenwachsen, werden auch Feuerwehren neu organisiert und Kräfte gebündelt. Entscheidend ist, dass wir leistungsfähige Einheiten und genügend Menschen haben, die diesen Dienst übernehmen. Dass fast 33.000 Frauen und Männer freiwillig Verantwortung für andere übernehmen, ist für Thüringen von unschätzbarem Wert“, so Maier.

Stabil zeigt sich auch der Nachwuchs. In den Jugendfeuerwehren engagierten sich 15.824 Kinder und Jugendliche (2024: 15.828). 1.122 von ihnen wechselten 2025 in die Einsatzabteilungen. Erfreulich ist zudem die Entwicklung bei den Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren: Ihre Zahl stieg auf 4.056 (2024: 3.871). Damit liegt ihr Anteil bei mehr als zwölf Prozent.

Auch die Ausbildung wurde weiter ausgebaut. An der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS) nahmen 4.605 Einsatzkräfte (2024: 4.402) an 259 Lehrgängen teil. Weitere 2.304 Einsatzkräfte (2024: 1.828) nutzten die Übungsanlagen der Schule abends oder am Wochenende. Insgesamt erreichte die TLFKS damit 6.909 Feuerwehrangehörige (2024: 6.230).

Das Land unterstützte die Kommunen 2025 zudem bei der Modernisierung ihrer Feuerwehren. Bewilligt wurden unter anderem rund 11,6 Millionen Euro für 78 Feuerwehrfahrzeuge, rund 1,5 Millionen Euro für Feuerwehrhäuser und Feuerwehrtechnische Zentren sowie rund 868.000 Euro für 201 neue oder umgerüstete Sirenen. Insgesamt beliefen sich die bewilligten Zuwendungen im Brandschutz auf rund 26,4 Millionen Euro.

Im Katastrophenschutz wurden weitere rund 2,9 Millionen Euro an Zuwendungen bewilligt. Zudem beschaffte der Freistaat 13 Katastrophenschutzfahrzeuge und -systeme im Wert von rund 5,9 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben des Landes für den Bevölkerungsschutz 2025 auf 50,3 Millionen Euro.

Eine positive Entwicklung gab es bei den Fehlalarmierungen. Ihre Zahl sank erstmals seit 2021 wieder auf 6.080 (2024: 6.519) – ein Rückgang um 6,7 Prozent. Besonders deutlich verringerte sich die Zahl böswilliger Alarmierungen auf 150 (2024: 292) und damit nahezu um die Hälfte.

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