Langenleuba-Niederhain (Thüringen/Altenburger Land) – Sport mit Weltmeisterinnen am Start erlebt man nicht allzu oft im Altenburger Land. In Langenleuba-Niederhain stellten sich die deutschlandweit besten Radballerinnen dem 2. Spieltag um den Bundespokal Radball Frauen 2026 in der Schulsporthalle. Darunter waren auch Judith Wolf und Danielle Holzer von der Spielgemeinschaft Hofen/Prechtal (Baden-Württemberg), amtierende Weltmeisterinnen von Göppingen 2025. Für die Abteilung Radball des SV 1949 ist es eine Ehre und Würdigung für die perfekte Ausrichtung zahlloser Turniere auf internationaler und nationaler Ebene. Dementsprechend gut gefüllt war die Halle; Radballenthusiasten aus mehreren Bundesländern hatten sich unter die Besucherschar gemischt. Besonders gespannt war man auf das Abschneiden des Gastgeberduos Leonie Reinicke und Isabell Kaiser (SG SV 1949 Langenleuba-Niederhain/Edelweiß Fraureuth). Regelmäßiges gemeinsames Training ist nur eingeschränkt möglich, jedoch ist Spielpraxis wichtig. Deshalb nimmt diese Frauenmannschaft in Abstimmung mit dem TRSV am Wettkampfbetrieb der Verbandsliga Thüringen Elite Männer teil.
Im vom BDR ausgelobten Bundespokal Radball Frauen 2026 finden zunächst drei Vorrundenspieltage statt. Die besten vier Mannschaften ermitteln im August im Finalturnier den Cupgewinner. Der BDR wird aus diesem Quartett die EM- und WM-Teilnehmerinnen festlegen. Für Reinicke und Kaiser ist der EM- bzw. WM-Start ein hochgestecktes Ziel, da alle fünf Bewerberteams auf etwa gleichem Niveau spielen. Leicht favorisiert sind allerdings die amtierenden Weltmeisterinnen Judith Wolf und Danielle Holzer. Dieser Rolle wurden die Baden-Württembergerinnen in Langenleuba-Niederhain auch gerecht und blieben in allen drei Spielen ungeschlagen. Mit 7:1 (5:0) gegen die SG Arheilgen/Prechtal (Verena Volk/Daria Dönig) gelang ein Auftakt nach Maß. Der RVW Merklingen (Nadine Schuler/Claire Freyler) wurde mit 4:2 (2:2) besiegt, und die SG Langenleuba-Niederhain/Fraureuth konnte mit 3:2 geschlagen werden.
Besonderes Augenmerk richteten die Radballfans aus der Region natürlich auf dieses Spiel. Leonie Reinicke zeigte erneut eine hervorragende Torwartleistung, während Außenspielerin Isabell Kaiser die Gäste mit gekonnten Aktionen unter Druck setzte. Im Zusammenspiel war noch Verbesserung nötig, da die ostthüringisch-sächsische Vertretung bis zur Pause mit 1:3 in Rückstand geriet. In den zweiten sieben Minuten, nach starkem Aufbäumen der Gastgeberinnen, wurde dem Team in den Regenbogentrikots lediglich noch ein Tor „gegönnt“ (Endstand 2:3).
Einen perfekten Start legten Reinicke und Kaiser gegen RVW Merklingen hin. Nach anfänglichem Rückstand (0:1, 1:2 zur Halbzeit) fanden Leonie und Isabell, unterstützt von den Fans, besser ins Spiel und konnten am Ende mit einem 4:3-Erfolg voll punkten. Trainer Marcel Taube zeigte sich nach dem Spiel seiner Mannschaft gegen die SG Arheilgen/Prechtal jedoch nicht ganz zufrieden. „Einige unkonzentrierte Abschlüsse beider Spielerinnen und wohl auch dem Kräfteverschleiß geschuldet, gerieten Leonie und Isabell in Rückstand.“ Zur Halbzeit führten Verena Volk und Daria Dönig mit 2:1. Diesen knappen Vorsprung brachten die Tabellenvierten auch in der zweiten Hälfte über die Zeit (Endstand 3:2). „Die Punkte waren weg“, zeigte sich Taube wenig erfreut, bescheinigte seiner Mannschaft jedoch insgesamt eine ansprechende Leistung.
In Langenleuba-Niederhain fehlte allerdings krankheitsbedingt die SG Ebersbach/Reichenbach. Jeweils drei Punkte und 5:0 Tore wurden dem Gegner aufgrund der ausgefallenen Spiele gutgeschrieben. Mit 13 Punkten und einer Torbilanz von 31:18 aus acht Spielen (4 Siege, 1 Remis, 3 Niederlagen) geht die SG Langenleuba-Niederhain/Fraureuth, knapp hinter RVW Merklingen, in den dritten Spieltag, der am 18. April 2026 in Darmstadt ausgetragen wird. Tabellenführer SG Hofen-Prechtal hat bislang 22 Punkte (7 Siege, 1 Remis, 40:9 Tore) erreicht.
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