Altenburg – Am Abend des 19. Januar 2026 sorgte ein außergewöhnliches Naturereignis für Aufsehen in großen Teilen Europas: Polarlichter – auch Aurora Borealis genannt – waren in ungewöhnlich südlichen Regionen sichtbar, darunter auch in und um Altenburg.
Grund dafür war ein starker Sonnensturm, ausgelöst durch einen koronalen Massenauswurf (CME) von der Sonne, der die Erde erreichte und zu intensiver geomagnetischer Aktivität führte. Experten bezeichnen die aktuelle Aktivität als eine der stärksten der letzten Jahrzehnte, mit Auswirkungen auf die Erdatmosphäre und deutlich erhöhten Chancen, Polarlichter weit außerhalb der Arktis zu beobachten.
In der Nacht zum Dienstag berichteten zahlreiche Beobachter aus Nord- und Mitteldeutschland davon, dass sie in klaren Himmelabschnitten grüne und rötliche Lichtschleier am nördlichen Firmament beobachten konnten. In sozialen Netzwerken und lokalen Gruppen meldeten mehrere Personen aus Städten wie Leipzig und auch aus Regionen Thüringens, dass sie fotografische Hinweise auf Aurora-Activity gesehen hätten.
Auch in Altenburg selbst waren die Polarlichter deutlich wahrnehmbar. Trotz städtischer Lichtquellen konnten die Lichterscheinungen am Himmel mit bloßem Auge erkannt werden. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das Naturschauspiel im Altenburger Schlosspark, wo es dem Fotografen unserer Redaktion gelang, die schimmernden grünen und rötlichen Lichtbänder fotografisch festzuhalten. Die Aufnahmen belegen, dass das seltene Himmelsphänomen nicht nur in ländlichen Regionen, sondern sogar innerhalb des Stadtgebiets sichtbar war und zahlreiche Beobachterinnen und Beobachter in Staunen versetzte.
Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen aus dem Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde treffen und dort in die Atmosphäre eindringen. Bei besonders starken geomagnetischen Stürmen können diese Effekte deutlich stärker werden und sich weit über die üblichen Beobachtungsgebiete in hohen Breiten hinaus ausdehnen. Die Sonnenaktivität befindet sich aktuell in einer Phase, in der solche starken Eruptionen häufiger vorkommen – was die außergewöhnliche Sichtbarkeit auch in Regionen wie Thüringen erklärt.
Astronom:innen raten, auch in den kommenden Nächten den Himmel im Norden genau im Auge zu behalten: weitere geomagnetische Stürme könnten auch heute und in den nächsten Tagen auftreten, da die Sonnenaktivität weiterhin erhöht bleibt. Bei klarer Sicht und geringem Mondlicht bestehen erneut Chancen, Polarlichter zu beobachten – sei es direkt oder über Langzeitfotografie.
Für alle, die das Spektakel gestern verpasst haben: Halte dein Smartphone oder eine Kamera bereit und schau in den kommenden Nächten Richtung Norden – den Himmel im Blick lohnt sich in diesen besonderen Tagen.
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