Die konjunkturell und strukturell bedingte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt setzte sich fort, während gleichzeitig der Mangel an Fachkräften weiterhin anhält. Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 23.087 Menschen arbeitslos gemeldet, was einen Anstieg um 772 Personen (+ 3,5 %) im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Während in Ostthüringen bis 2022 ein kontinuierlicher Anstieg sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze verzeichnet wurde, geht diese Zahl seit 2023 schrittweise zurück, zuletzt um 1 %. Auffällig ist, dass die großen Arbeitsplatzverluste – besonders in Branchen wie Automobilzulieferern, Maschinenbau, Einzelhandel und gewerblichen Arbeitsplätzen – nicht zu einem proportionalen Anstieg der Arbeitslosigkeit führten. Dennoch war der Zuwachs von 11 % bei den Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum Jahresende 2024 erheblich und stellte eine spürbare Belastung für die Arbeitsagentur und Jobcenter dar. Die letzten vergleichbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2016, wo rund 25.270 Menschen arbeitslos waren.
Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 7,2 % im Vergleich zu 2024. Zugleich nimmt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu, was die Rückkehr in den Arbeitsmarkt zunehmend erschwert.
In der Grundsicherung hat sich die Entwicklung zuletzt stabilisiert: Nach höheren Zuwachsraten im ersten Halbjahr sank die Arbeitslosenzahl und lag zum Jahresende noch um 1,3 % über dem Vorjahreswert.
Auf positiver Seite zeigt sich, dass die Arbeitskräftenachfrage nach einem schwachen Jahresstart zuletzt etwas angestiegen ist. Die Unternehmen meldeten insgesamt 1.070 freie Arbeitsstellen mehr als im Jahr 2024. Arbeitsmarkpolitisch investierten die Agentur für Arbeit und die Jobcenter in die berufliche Weiterbildung Arbeitsloser, um deren Beschäftigungsfähigkeit in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt zu sichern. Die Teilnehmerzahlen in allen geförderten Maßnahmen lagen rund 5 % über dem Vorjahr.
Es bestehen deutliche regionale Unterschiede: Die großen Städte Gera und Jena zählen 2025 zu den Verlierern auf dem Arbeitsmarkt in Ostthüringen, da sie deutlich höhere Arbeitslosenquoten aufweisen als im Vorjahr. In Jena sind die wirtschaftlichen Auswirkungen klar spürbar, während in Gera insbesondere der Anteil ausländischer Arbeitsloser in der Grundsicherung prägend ist. So behält Gera weiterhin die „rote Laterne“ in Thüringen.
Zusammenfassend zieht Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Ost, ein Resümee über die Entwicklung des Arbeitsmarktes für das Jahr 2025.
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