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Kleiner Schrittmacher kann bei Inkontinenz helfen | Bei der Nachkontrolle bespricht Chefarzt Dr. Robert Keller mit Erdmute Manke die bisherigen Erfahrungen mit der InterStim-Therapie. Die elektrische Nervenstimulation kann helfen, die Kontrolle über den Stuhlgang wieder zu verbessern.

Bei der Nachkontrolle bespricht Chefarzt Dr. Robert Keller mit Erdmute Manke die bisherigen Erfahrungen mit der InterStim-Therapie. Die elektrische Nervenstimulation kann helfen, die Kontrolle über den Stuhlgang wieder zu verbessern. (Foto: Steve Meinhardt)

Kleiner Schrittmacher kann bei Inkontinenz helfen

Gesundheit Pressemitteilungen
02.11.2026, 13:07 Uhr
Von: Christine Helbig
Klinikum Altenburger Land bietet Behandlung mit elektrischer Nervenstimulation an

Altenburg - Wer seinen Stuhlgang nicht mehr zuverlässig kontrollieren kann, ist im Alltag oft stark eingeschränkt. Die ständige Sorge, nicht rechtzeitig eine Toilette zu erreichen, kann dazu führen, dass sich Betroffene zunehmend aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Wenn herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend helfen, kann ein kleiner implantierter Schrittmacher die Beschwerden deutlich lindern. Das Klinikum Altenburger Land bietet diese sogenannte InterStim-Therapie an und möchte künftig mehr Betroffenen damit helfen.

Wie sehr die Behandlung die Lebensqualität verbessern kann, zeigt das Beispiel einer 70-jährigen Patientin. Über 20 Jahre hatte sie unter Stuhlinkontinenz gelitten. Verschiedene Behandlungsversuche, darunter Medikamente und Beckenbodentraining, brachten keine ausreichende Besserung. Anfang Oktober wurde ihr am Klinikum Altenburger Land ein kleiner Schrittmacher eingesetzt. Bereits während der vorausgehenden Testphase bemerkte sie eine deutliche Verbesserung. Inzwischen kann sie ihren Stuhlgang wieder besser kontrollieren. "Ich bin heute viel ruhiger und gelassener, wenn ich aus dem Haus gehe", berichtet Erdmute Manke.

Die InterStim-Therapie setzt an den Nerven an, die die Funktion von Blase und Darm mitsteuern. Bei einem kleinen operativen Eingriff wird eine Elektrode in der Nähe des Kreuzbeins platziert. Über sie werden schwache elektrische Impulse an die dort verlaufenden Nerven abgegeben. Diese können helfen, die Kontrolle über die Blasen- und Darmfunktion zu verbessern. Die Behandlung erfolgt zunächst probeweise mit einem äußeren Gerät. Zeigt sich eine ausreichende Wirkung, wird anschließend ein kleiner Schrittmacher dauerhaft unter die Haut eingesetzt.

"Die Behandlung kann für Menschen mit ausgeprägter Inkontinenz eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeuten", erklärt Chefarzt Dr. Robert Keller. Er wendet die Methode bereits seit fast 25 Jahren an und verfügt über umfangreiche Erfahrungen damit.

Die elektrische Nervenstimulation kommt sowohl bei Stuhl- als auch bei bestimmten Formen der Harninkontinenz und bei Entleerungsstörungen infrage. Auch Menschen mit neurologischen Erkrankungen können unter bestimmten Voraussetzungen davon profitieren. Vor einem solchen Eingriff werden zunächst andere Behandlungsmöglichkeiten geprüft. Dazu gehören beispielsweise eine Anpassung der Ernährung, Medikamente oder gezieltes Beckenbodentraining. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, wird die Nervenstimulation als weitere Möglichkeit in Betracht gezogen. Ob sie geeignet ist, muss im Einzelfall medizinisch beurteilt werden.

Dr. Keller möchte die Therapie am Klinikum Altenburger Land künftig verstärkt anbieten. Er geht davon aus, dass viele Betroffene über bestehende Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend informiert sind. Dabei sollte niemand aus Scham darauf verzichten, medizinische Hilfe zu suchen.

Menschen mit entsprechenden Beschwerden können sich zur Beratung und Untersuchung in der proktologischen Sprechstunde des Klinikums Altenburger Land vorstellen.

Kontakt zur proktologischen Sprechstunde
Anmeldung über die Chirurgische Ambulanz 
Tel. 03447 52-3630
Proktologische und Beckenbodensprechstunde
Freitag 12:00 - 15:00 Uhr

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