Am 22. Juni 2023, 18 Uhr, wird im Lindenau-Museum in der Kunstgasse 1 die Vortragsreihe „Altenburg und die Welt“ fortgesetzt, die immer wieder die weltweiten Verbindungen der einmaligen Sammlungen vorstellt. Marco Karthe, Persönlicher Referent des Direktors der Altenburger Museen, wird in seinem Vortrag über Herzog August auf einen der originellsten und irritierendsten Regenten eingehen und über dessen Sammelleidenschaft berichten.
Emil August (1772-1822), seit 1804 Herzog August, gilt in der Tat als facettenreicher „Sonderling“ unter den Regenten. Goethe bezeichnete ihn vielsagend als „angenehm und widerwärtig zugleich“. Aufgewachsen in einer unruhigen Zeit und zunächst auch nicht als Nachfolger seines Vaters vorgesehen, widmete er sich früh der Kunst und der Literatur. Seine Eltern förderten eine umfassende Ausbildung der Söhne. Musiker, Maler und Gelehrte gehörten zum selbstverständlichen Umgang am Hof und prägten August zeitlebens.
Mit seinem Regierungsantritt 1804 veränderten sich die Möglichkeiten und seine Leidenschaft für die schönen Dinge des Lebens pflegte er umso mehr. Mit großer Kennerschaft und viel Geld sammelte er erlesene Kunst, die bald seine Wohnräume füllte, sodass er sie immer um sich hatte. Doch auch dem Komponieren, Dichten, Zeichnen und Schreiben mehrerer Romane widmete der Regent viel Zeit. Er begründete in Gotha nicht nur ein ostasiatisches Kabinett und eine bedeutende Fächersammlung, sondern legte auch eine bedeutende Ägyptensammlung an. Dabei galt sein Interesse eher der kulturhistorischen Einordnung, neben ostasiatischen Kunstwerken gelangten auch Alltagsgegenstände in die Sammlung. Die Bibliotheken wurden um entsprechende Fachliteratur ergänzt. Insofern verfolgte er einen heute vergleichsweise modernen Ansatz, da die Sammlungen erstmals nach museologischen Kriterien präsentiert und erforscht wurden.
Zwar sind die Sammlungen heute noch weitestgehend erhalten, in die Geschichte ging der Herzog allerdings eher aufgrund seines extravaganten und exzentrischen Lebensstils ein. Referent Marco Karthe gibt in seinem Vortrag Einblicke in das Leben und die Sammelleidenschaft Herzog Augusts und wird zudem darauf eingehen, welche Rolle Bernhard August von Lindenau (1779–1854) dabei einnahm.
Mit „Altenburg und die Welt“ haben die Altenburger Museen eine Vortragsreihe begründet, in der sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Lindenau-Museums und des Residenzschlosses Altenburg ausgewählten Beständen der hauseigenen Sammlungen widmen und sie in Beziehung mit anderen Regionen in Europa und der Welt setzen. Die Vorträge finden immer donnerstags um 18 Uhr statt und sind kostenfrei.
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