Die Bücherverbrennung 1933, mit der die Nationalsozialisten die systematische Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer u.a. oppositioneller Schriftsteller begonnen hatten, hatte nicht nur dafür gesorgt, dass Werke bekannter Autoren nicht mehr verkauft und gelesen werden durften, sie war auch Grund dafür, dass Texte nicht veröffentlicht wurden, in Schränken und Schubladen oder ganz und gar verschwanden. Der Roman „Schlump“ des Altenburger Autoren Hans Herbert Grimm gehörte am 11. August 1933 zu den Schriften, die auf dem Altenburger Anger von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. In Altenburg hatte man sich genau dieses Datum ausgesucht, um zu zeigen, dass damit auch die Weimarer Verfassung „zu Grabe getragen“ werden sollte und dieses Feuer einem „Verfassungsfeuer“ gleichkommt. (vgl. Altenburger Landeszeitung, 12.August 1933) Tausende waren dem Aufruf zu dieser nationalsozialistischen Kundgebung gefolgt.
Vor zwei Jahren begannen wir mit einer Veranstaltung, in welcher Bürgerinnen und Bürger Texte aus diesem Roman lasen, um die Erinnerung lebendig zu behalten.
Der Roman „Franz“ vom gleichen Autor schließt zeitlich an die Erlebnisse des „Schlump“ an. Er erzählt von einem jungen Mann, der aus dem ersten Weltkrieg heimkehrt und nun auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens ist. Das Manuskript geht der Frage nach, wie es weitergehen kann nach den schrecklichen Erlebnissen des Krieges, die die Kindheit und Jugend abrupt beendeten. Und ebenso wie Schlump helfen auch Franz die Frauen auf seiner Suche. Wie andere muss er mit Hunger und Armut zurechtkommen und findet Halt beim Gedanken an die Geschichten aus seiner Heimat - dem oberen Vogtland.
„Franz“ wurde nie veröffentlicht.
Nun haben sich wiederum Bürgerinnen und Bürger an die Texte gewagt, um sie mit einer Lesung aus der Vergessenheit zu holen. Die Frage, wie man nach einem Krieg weiterleben kann, ist aktueller denn je.
Die Lesung findet am
17. August ab 18 Uhr
im Garten des Wohnhauses der Familie Grimm
Altenburg
Braugartenweg 9
statt.
Es ergeht eine herzliche Einladung des Organisationsteams.
Die Lesung wird unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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