„Ein Engländer im Altenburger Land“ ist eine Ausstellung überschrieben, die jetzt (Dienstag, 19.12.2023) im Thüringer Finanzministerium eröffnet wurde. Anthony Lowe aus Zürchau (Nobitz) zeigt mit 21 großen Ölgemälden und 15 kleineren Bilder einen Querschnitt seines Schaffens aus 25 Jahren in den Räumen des Ministeriums. Heike Taubert, Thüringer Finanzministerin, sei seit Jahren mit der Arbeit von Anthony Lowe vertraut. In ihrem Dienstzimmer hängt eine Stadtansicht von Greiz, gekauft vom Land Thüringen. Das Pendant dazu mit „Greiz im Winter“ hängt für den Zeitraum der Ausstellung gegenüber. Bilder ihrer Heimat, wie Taubert sagte. Auch dienen Motive aus den Werken Lowes seit Jahren für Weihnachtskarten des Ministeriums.
Gemeinsam mit dem Maler und einem Tross an Besuchern flanierte Taubert zur Vernissage durch die Räumlichkeiten, um sich über Malstil, Beweggründe und Kompositionen der Werke zu informieren. Zu sehen sind ältere Arbeiten wie eine Stadtansicht von Erfurt. Altenburger und Leipziger Stadtansichten sind zu sehen und Gemälde von Manhattan, Sheffield und London, der Geburtsstadt des Malers. Besonders ins Auge fiel der Ministerin ein großes Lowe-Gemälde mit Erfurt und Weimar – vereint auf einer Leinwand und doch unabhängig voneinander existierend. Das erinnerte Taubert an die Querelen um die Hauptstadtsuche für Thüringen.
Aber auch die neueren Ölbilder wie „Tarnkappen Bomber“ inmitten von Pflanzen-Bildern fesselten. Das Gemälde zeige, dass die Idylle des Blühens plötzlich enden und früh morgens die Atombombe über eine prall gefüllte Sommerwiese kommen könne, sagte Anthony Lowe. „Aber oft gehört die Malerei auch den Wildblumen“, zog er mit seinen interessierten Besuchern weiter bis zum Meeresbild. Sturmgetriebene Wellen, die für Lowe eine Metapher für den Brexit seien, wie er sagte. Von Interesse im Gespräch war natürlich auch der Weg des englischen Künstlers von London und dem renommierten Royal College of Art nach Zürchau im Altenburger Land. Ein Weg, der über ein Austauschprogramm in Leipzig bis nach Altenburg und schließlich im Jahre 2000 ins 134-Seelen-Dorf nach Zürchau in der Gemeinde Nobitz führte. Dass er, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, in Zürchau sein Atelierhaus baute und letztlich seine Heimat fand, erzählte der Engländer mit Stolz.
Die Ausstellung ist bis 30. Juni im Thüringer Finanzministerium in Erfurt zu sehen, nur bei telefonischer Voranmeldung unter 0361 57 361 1080
Kommentare