Am 7. und 8. Mai 2026 besuchte eine Delegation des Museums Schloss Rundāle das Altenburger Land, um Leihgaben aus der Sammlung Welker des Museums Burg Posterstein für eine Sonderschau abzuholen. Die Ausstellung The Court of the Muses. The Salon of Duchess Dorothea of Courland at Löbichau Palace in the Caricatures of Ernst Welker läuft vom 5. Juni bis 3. September 2026 im Schloss Mesothen (Mežotne), dem Geburtsschloss der Herzogin Anna Dorothea von Kurland.
Die gezeigten Karikaturen von Ernst Welker porträtieren die Herzogin, ihre Töchter und Gäste als Mischwesen und sind jeweils mit humorvollen Reimen versehen. Vermutlich präsentierte Welker, der als Zeichenlehrer der Enkeltochter der Herzogin wirkte, die Bilder im Salon; die Herzogin soll sich dabei selbst scherzhaft als treuen Pudel darstellen lassen haben. Die Ausstellung wird vom Museum Schloss Rundāle kuratiert; die Zusammenarbeit mit dem Museum Burg Posterstein besteht seit Jahrzehnten.
Zum Abschluss der Ausstellung reisen Franziska Huberty und Marlene Hofmann vom Museum Burg Posterstein nach Lettland, um Vorträge über Löbichau, Tannenfeld und Burg Posterstein zu halten. Die Karikaturen der Sammlung Welker sind digitalisiert und online in der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie in Europeana verfügbar.
Während ihres Besuchs im Altenburger Land führten die Postersteiner Mitarbeiterinnen die kurländischen Kolleginnen und Kollegen mit Unterstützung der Kirchgemeinde Großstechau durch die dortige Kirche — die frühere Hauskapelle Anna Dorotheas mit Ehrenloge und Ort ihrer Beerdigung. Weitere Stationen der Reise waren Schloss Löbichau (Außenbesichtigung), Tannenfeld — das zur Zeit der Herzogin deutlich kleiner war und als Wohnort der Töchter fungierte — sowie das Museum Burg Posterstein mit seiner Dauerausstellung zum Salon der Herzogin von Kurland.
Das Thema Salon- und Salongeschichte in Europa mit Schwerpunkt Anna Dorothea von Kurland ist seit Jahrzehnten Forschungsschwerpunkt des Museums Burg Posterstein. Die langjährige Kooperation mit Schloss Rundāle spiegelt sich bereits in gemeinsamen Ausstellungen wider: Beispielsweise lief die Wanderausstellung „Lebensstationen der Herzogin von Kurland“ nach Posterstein (2006) auch in Rundāle (2008), in Schloss Sagan (2009) und in Schloss Valencay (2007).
Historischer Exkurs: Herzog Peter von Kurland Herzog Peter von Kurland (seit 1769) durchlebte Aufstieg und Zwangsabdankung 1795 unter dem Druck der russischen Krone. Als kunstsinniger und geschäftstüchtiger Adliger betrieb er kulturelle Förderung in Mitau, kaufte Immobilien im Ausland und sicherte so die Versorgung seiner Familie.
Seine Ehe mit Anna Dorothea von Medem brachte die Verbindung, durch die Anna Dorothea später in Löbichau und Tannenfeld einen europaweit bekannten Salon unterhielt — mit Gästen wie Zar Alexander I., Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg sowie den Schriftstellern Jean Paul, Theodor Körner und Johann Wolfgang von Goethe.
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