Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am 1. Mai auf dem Altenburger Roßplan gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund ein klares Zeichen gesetzt.
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ standen die diesjährigen Mai-Kundgebungen im Zeichen von Beschäftigtenschutz, Mitbestimmung und sozialer Sicherheit.
In seiner Rede machte Thomas Jäschke, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Altenburger Land, deutlich, dass viele Menschen auch im Altenburger Land mit Sorge auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung blicken.
„Die Beschäftigten haben ihren Beitrag längst geleistet. In der Pandemie. In der Energiekrise. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Immer waren es die Beschäftigten, die den Laden am Laufen gehalten haben. Nicht Investoren oder Hedgefonds. Sondern die Menschen, die jeden Tag arbeiten“, erklärte Jäschke vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Kritisch setzte sich der DGB mit Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages auseinander. Das Arbeitszeitgesetz sei kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Schutzgesetz für die Gesundheit und Würde der Beschäftigten.
„Wer den Acht-Stunden-Tag angreift, greift direkt die Interessen der Beschäftigten an. Unsere Zeit gehört uns“, betonte Jäschke.
Zugleich appellierte er an das „soziale Gewissen“ innerhalb der Bundesregierung, sich stärker gegen wirtschaftliche Lobbyinteressen durchzusetzen und sich konsequent für sichere Arbeitsplätze, Tarifbindung und soziale Gerechtigkeit einzusetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Sorge über zunehmende soziale Spaltung und den gesellschaftlichen Umgang miteinander. Ralf Eckardt, Vorsitzender der IG BAU Thüringen, warnte in seinem Redebeitrag vor wachsendem Rechtspopulismus und gesellschaftlicher Verrohung.
„Unsere Arbeit schafft den Wohlstand – also müssen unsere Jobs an erster Stelle stehen.“ Erklärte Ralf Eckardt.
Und weiter: „Wer Arbeitnehmerrechte schwächt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch Arbeitgeber müssen erkennen: Eine starke Wirtschaft gibt es nur mit starken Beschäftigten“.
Darüber hinaus sprach er sich für Investitionen in sozialen Wohnungsbau, stabile Renten, einen starken Sozialstaat und gute Tarifverträge aus.
Neben Thomas Jäschke und Ralf Eckardt sprachen außerdem Nico Baumann, Gewerkschaftssekretär von ver.di, Tom Knedlhanz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, sowie Andreas Huhn, Kreisvorsitzender der GEW.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Marcus Weber.
Auf dem Roßplan präsentierten sich zudem verschiedene Initiativen, Vereine und Parteien, darunter das Kulturspäti, die Farbküche, das mobile Spielecafé, der Treffpunkt Familie sowie Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, die SPD und das BSW.
Der DGB-Kreisverband Altenburger Land betont zudem, dass die diesjährige Veranstaltung bewusst neue Wege gegangen ist. Durch die Neukonstituierung des DGB Kreisverbandes im vergangenen Jahr wurden organisatorisch einige Abläufe verändert. Dabei wurde möglicherweise nicht jede Person oder Institution direkt angesprochen. Gleichzeitig versteht sich der DGB-Kreisverband weiterhin als offener Ansprechpartner für alle demokratischen Kräfte, gesellschaftlichen Initiativen und engagierten Menschen in der Region. Gerade durch die breite Vernetzung des Kreisvorsitzenden Thomas Jäschke innerhalb Altenburgs bestehen kurze Wege und unkomplizierte Möglichkeiten zum Kontakt und Austausch.
Der DGB-Kreisverband Altenburger Land bewertet die Veranstaltung als wichtiges Zeichen für Solidarität, demokratischen Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit.
„Der 1. Mai bleibt der Tag der Beschäftigten. Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, gemeinsam Haltung zu zeigen und laut zu bleiben“, erklärte Jäschke abschließend.
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