Zürchau (Nobitz). Dass man dem Publikum bei ohnehin schon heißen Temperaturen noch einheizen kann, erfuhren die Zürchauer auf ihrem Mittsommernachtsfest. Die Sambagruppe Como Vento aus Altenburg war eingeladen und spielte, tanzte, rockte, was das Zeug hielt. Die brasilianischen Rhythmen trafen auf Zürchauer Begeisterung.
Janek Günther leitet Como Vento seit 2009, ein drahtiger Mann, der nie stillzustehen scheint und dessen Freude alle ansteckt. Bis zu 60 Kinder und Jugendliche unterschiedlichster sozialer Herkunft mit als auch ohne körperliche und geistige Einschränkung hat er unter dem Dach der Johanniter-Unfall-Hilfe zusammengeführt. „Inklusion ohne Diskussion“, ist sein Motto. Vom Anfänger bis zum jahrelang Erprobten, von jung bis alt fügt sich so bis heute eine Gruppe zusammen, deren Begeisterung für die Musik, das Instrument und den Zusammenhalt in jeder Note hörbar ist.
Der Einstieg in die Sambagruppe erfolgt mit einer eigenen Trommel, dreimal wöchentlich wird musiziert. Das Angebot ist kostenlos – und einfach großartig. Übrigens sind die Altenburger Sambatrommler inzwischen deutschlandweit unterwegs. Ein Glück für den Dorf- und Heimatverein Zürchau, dass er die jungen Leute für das Mittsommernachtsfest gewinnen konnte.
Bereits zum vierten Mal lud der Verein zur abendlichen Party. Allerdings wurden diesmal gleich zwei Höhepunkte geboten. Neben Como Vento trat der dorfeigene Schotte auf. Nicht, dass sich in der 136-Seelen-Gemeinde eine Außenstelle des Königreichs gegründet hätte. Schottland ist die große Leidenschaft von Dirk Kaiser. Der waschechte Zürchauer bläst inzwischen auch den Dudelsack und begeisterte die rund 80 Gäste mit schottischen Weisen. Die Tracht blieb zu Hause, leider, aber verständlich. In dicken Wollsocken und properem Schottenrock hätte sich niemand in die grelle Sonne über dem Festplatz vor dem Vereinshaus gewagt. Der Begeisterung über die angekündigte Überraschung tat das keinerlei Abbruch.
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