Auf Burg Posterstein laden wir am Sonntag, 5. Juli 2026, zum „Toga-Sonntag“ ein. Wer in antiker Kleidung an der Museumskasse erscheint, erhält freien Eintritt. Den besonderen Programmpunkt bildet eine Versteigerung: Um 14 Uhr werden die großformatigen Plakat-Drucke meistbietend abgegeben, die zur Ausstellungseröffnung zu sehen waren.
Die Aktion mit einem Augenzwinkern zählt zum Begleitprogramm der Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß: Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ zum Lebenswerk der Künstlerin Luise Neupert.
Seit Eröffnung der Sonderausstellung haben bereits über 8.200 Gäste Burg Posterstein besucht. Auch die beiden Scherenschnitt-Workshops mit dem Freundeskreis Scherenschnitt erfreuten sich trotz Hitzewelle großer Beliebtheit.
Schon zur Ausstellungseröffnung wurde „Trimalchio“ in den Mittelpunkt gestellt: Luise Neupert hat eine Ausgabe des antiken Satire-Romans „Das Gastmahl des Trimalchio“ von Petronius Arbiter für eine Edition des Insel-Verlags mit Scherenschnitten illustriert. Passagen daraus las Marcella von Jan, begleitet von Matthias von Hintzenstern am E-Piano. Ergänzend fand ein kleines „Gastmahl“ als dekorative Untermalung der szenisch-musikalischen Lesung statt.
Hintergrund zur Sonderschau: „Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“
Die Ausstellung auf Burg Posterstein gibt einen umfangreichen Einblick in Biografie und Schaffen von Luise Neupert.
Bekannt wurde Luise Neupert besonders für ihre Scherenschnitte und märchenhaften Szenerien. Ihr Lebenswerk umfasst jedoch weit mehr: Gebrauchsgrafik, Illustration, Textildesign und Keramik.
Luise Neupert wurde als Luise Keil am 14. September 1926 in Chemnitz geboren. Nach einer Ausbildung als Kindergärtnerin während der Kriegsjahre studierte sie ab 1945 an der Kunstgewerbeschule Leipzig und ab 1948 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (Fachrichtung Grafik). Zu ihren Lehrern zählten u. a. Elisabeth Voigt, Max Schwimmer und Egon Pruggmeyer. Ihrem Kommilitonen Wolfgang Mattheuer blieb sie auch nach dem Studium freundschaftlich verbunden. 1952 heiratete sie Hans Neupert.
Gemeinsam mit Hans Neupert gestaltete sie später Messeauftritte und Werbeprodukte bedeutender Handelsunternehmen der DDR, darunter Wiratex, AKA-Electric, MALIMO, Zeiss-Jena, Lucie Kaiser Altenburg, Wolle&Seide Meerane und das Chemiefaserkombinat Schwarza. Neben der bildenden Kunst illustrierte sie Bücher mit Federzeichnungen, Zeichnungen und Scherenschnitten. Ihre Schnitte fanden Eingang in Sammlungen großer Museen und wurden vielfach publiziert.
2026 wäre Luise Neupert 100 geworden. Das Museum Burg Posterstein möchte gemeinsam mit der Stadt Schmölln an die 2009 verstorbene Künstlerin erinnern. In der Städtischen Galerie Schmölln sind bis 18. September 2026 einige frühe Arbeiten Luise Neuperts sowie Werke des Freundeskreises Scherenschnitt zu sehen. Für den 14. September 2026 planen Museum, Stadt Schmölln und Freundeskreis eine gemeinsame Geburtstagsveranstaltung im Rathaus Schmölln.
In Posterstein bietet die Ausstellung einen breiten Überblick über das Lebenswerk der Künstlerin – auch wenn die bekannten Scherenschnitte den größten Raum einnehmen. Ergänzt werden Ausstellungsinhalte durch Teile des persönlichen Nachlasses des Künstlerpaares, der dem Museum per Vermächtnis übergeben wurde. Zudem komplettieren Gebrauchsgrafik des Ehepaars Neupert aus der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Gera den Einblick: darunter Messegestaltungen, Verpackungen und Werbekalender für verschiedene Firmen.
Begleitprogramm & Veranstaltungen in Schmölln
Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Begleitprogramms sind in Posterstein geplant. Im Rahmen des Luise-Neupert-Jahres gibt es zudem Programmpunkte in Schmölln:
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