Kriminalität in Thüringen 2025: Fallzahlen sinken, Gewalt- und Sexualdelikte bleiben hoch
Politik
02.04.2026, 17:08 Uhr
Von: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR INNERES, KOMMUNALES UND LANDESENTWICKLUNG
Kriminalität in Thüringen 2025 deutlich zurückgegangen (145.167 Fälle), Aufklärungsquote stabil — zugleich steigen Gewalt‑ und Sexualdelikte; Kriminalität verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum.
Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) 2025 zeigt eine insgesamt positive Entwicklung: Die Zahl der registrierten Straftaten ist deutlich gesunken, die Aufklärungsquote bleibt auf hohem Niveau — zugleich verlagern sich Delikte ins Digitale und Gewalt- sowie Sexualstraftaten bleiben problematisch.
Kernaussagen
- Gesamtfälle 2025: 145.167 (2024: 156.100) — Rückgang um rund 11.000 Fälle.
- Aufklärungsquote: 61,2 % (2024: 60,9 %) — mehr als jede zweite Straftat aufgeklärt.
- Tatverdächtige: 54.123 (2024: 57.337); rund 25 % ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Rückgänge
- Deutlicher Rückgang bei Alltagsdelikten wie Wohnungseinbrüchen, Diebstählen und Sachbeschädigungen.
- Rauschgiftkriminalität insgesamt zurückgehend — u. a. durch Teillegalisierung von Cannabis.
- Politisch motivierte Kriminalität (PMK) gesunken: 4.205 Fälle (2024: 5.234), Rückgang teilweise erklärbar durch das fehlende Superwahljahr.
Anstiege und Problemfelder
- Sexualdelikte: 3.602 Fälle (2024: 3.479) — weiterhin auf hohem Niveau; Internet und soziale Medien spielen eine zunehmende Rolle.
- Gewaltkriminalität: 5.198 Fälle (2024: 4.978) — Anstieg, oft aus eskalierenden Alltagssituationen.
- Neue psychoaktive Stoffe verzeichnen Zunahme trotz sinkender Gesamt‑Rauschgiftzahlen.
- Politisch motivierte Kriminalität (PMK) weiterhin vorwiegend rechtsmotiviert (2.414 Fälle), gefolgt von linksmotivierten Taten (759).
Bewertung der Behörden
- Innenminister Georg Maier: Rückgang der Fallzahlen zeige Wirksamkeit der Maßnahmen, jedoch verändere sich die Kriminalität — darauf müsse reagiert werden.
- LKA‑Präsident Dirk Löther: Kriminalität werde komplexer und digitaler; dies stelle neue Anforderungen an Polizeiarbeit und Ermittlungsfähigkeiten.
Folgerungen und Maßnahmen
- Fortführung sichtbarer Präsenz und konsequenter Ermittlungsarbeit.
- Stärkere Ausrichtung auf Prävention, Schutz vulnerabler Gruppen und digitale Ermittlungsstrukturen.
- Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Präventionsakteuren und technischen Spezialisten.
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