Meuselwitz. Rund einen Monat nach dem Großbrand im ehemaligen Tagebau Rusendorf hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ihre langfristige Strategie zur Brandbekämpfung vorgestellt. Der unterirdische Schwelbrand soll künftig nicht nur mit Wasser eingedämmt, sondern anschließend dauerhaft mit einer rund zwei Meter dicken Erdschicht abgedeckt werden. Die vollständige Sicherung des Brandbereichs wird voraussichtlich bis zu drei Jahre dauern.
Die größte Herausforderung bleibt der unterirdische Brand im Kohletrübebecken, der sich aufgrund des instabilen Untergrundes nicht direkt bekämpfen lässt. Vor der geplanten Abdeckung soll die Fläche zunächst gezielt mit Wasser benetzt werden. Dafür werden nach Angaben der LMBV rund 200.000 Kubikmeter Wasser aus dem Restloch Zipsendorf benötigt.
Anschließend soll ausschließlich die vom Brand betroffene Fläche mit einer etwa zwei Meter starken Erdschicht überdeckt werden. Dadurch soll dem Schwelbrand dauerhaft der Sauerstoff entzogen werden. Das übrige Areal des ehemaligen Restlochs Rusendorf sowie der Rusendorfer See sind von den Arbeiten nicht betroffen.
Um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben, plant die LMBV den Bau von zwei rund vier Kilometer langen Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf bis zum Brandgebiet. Alle betroffenen Grundstückseigentümer haben den Plänen inzwischen zugestimmt. Derzeit werden geeignete Unternehmen für die Umsetzung gesucht.
Zusätzlich sollen auf dem Gelände zwei Brunnen mit einer Tiefe von jeweils rund 55 Metern errichtet werden. Sie sollen künftig eine dauerhafte Wasserversorgung sicherstellen und gleichzeitig das öffentliche Trinkwassernetz entlasten.
Die bereits eingerichtete Brandschutzschneise wurde inzwischen auf 30 Meter Breite erweitert, um ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Wald- und Vegetationsflächen zu verhindern. Gleichzeitig werden die Randbereiche weiterhin mit Sprinkleranlagen bewässert. Ergänzt werden die Maßnahmen durch tägliche Drohnenflüge mit Wärmebildkameras sowie eine permanente Brandüberwachung.
Bis die langfristigen Sicherungsmaßnahmen umgesetzt werden können, setzt die LMBV ihre tägliche Brandbekämpfung fort. Dazu gehören unter anderem der Betrieb von Sprinkler- und Schlauchsystemen, regelmäßige Kontrollgänge, Luftmessungen sowie die Bewässerung der Brandschutzbereiche.
Die Rauchentwicklung führt nach wie vor zu einer erheblichen Geruchsbelästigung in den umliegenden Ortschaften. Die LMBV misst regelmäßig die Konzentrationen verschiedener Gase wie Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Methan und Schwefelwasserstoff. Nach bisherigen Erkenntnissen liegen die Werte im gesundheitlich unbedenklichen Bereich.
Da die Rauchfahne zeitweise in Richtung Bünauroda zog, wurden auch dort Messungen durchgeführt. Vorsorglich empfiehlt die Zentrale Leitstelle Gera weiterhin, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Der Großbrand war am 27. Juni 2026 auf einer stillgelegten Bergbaufläche zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain ausgebrochen. Betroffen ist das Kohletrübebecken I des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Nachdem der oberirdische Vegetationsbrand weitgehend gelöscht werden konnte, übernahm die LMBV am 3. Juli 2026 die Verantwortung für das Areal. Die nun vorgestellten Maßnahmen sollen den unterirdischen Schwelbrand dauerhaft eindämmen und das Gelände langfristig sichern.
Kommentare