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Fünf Messstationen rund um den Schwelbrand des Restlochs Rusendorf eingerichtet | Landratsamt Altenburger Land

Landratsamt Altenburger Land (Foto: Ronny Franke)

Fünf Messstationen rund um den Schwelbrand des Restlochs Rusendorf eingerichtet

Pressemitteilungen
10.09.2026, 18:30 Uhr
Von: Franziska Ducklaus, Öffentlichkeitsarbeit Landratsamt Altenburger Land
Rund um den Schwelbrand des Restlochs Rusendorf wurden fünf Messstationen eingerichtet. ANECO untersucht dort in zwei Phasen die Luftqualität und mögliche Schadstoffbelastungen.

ANECO stellt Messplan zur Überwachung der Luftqualität vor

Landkreis. Das ANECO Institut für Umweltschutz GmbH & Co. hat den Messplan für die Luftuntersuchungen rund um den Schwelbrand im Restloch Rusendorf vorgestellt. Bei einem Vor-Ort-Termin an der Kindertagesstätte in Mumsdorf erläuterte Dr. Annekatrin Dreyer die geplanten Messverfahren und zeigte die dort eingerichtete Messstation.

Als Ansprechpartner standen außerdem Vertreter der Stadt Meuselwitz, des Landratsamtes und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zur Verfügung. Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an dem Termin teil.

Die Messungen werden in zwei Stufen durchgeführt. In der ersten Phase kommen Verfahren zum Einsatz, die kurzfristig vor Ort eingerichtet werden können. Dadurch soll die Luftqualität zeitnah überwacht werden. Die Probenahmen dauern je nach Verfahren etwa zwei bis vier Wochen, anschließend werden die Proben im Labor untersucht. Mit Ausnahme der Partikelmessungen können diese Verfahren jedoch keine kurzfristigen Grenzwerte, etwa Stunden- oder Tagesgrenzwerte, überwachen.

Umfangreiche Untersuchungen in der ersten Phase

In Phase I werden unter anderem Feinstaubpartikel der Größen PM10 und PM2,5 untersucht. Zusätzlich erfolgt die Analyse verschiedener Elemente wie Arsen, Blei, Cadmium und Nickel in den PM10-Partikeln sowie von Benzo[a]pyren.

Weitere Untersuchungen betreffen den Staubniederschlag und darin enthaltene Elemente, darunter Arsen, Blei, Cadmium, Nickel und Thallium. Außerdem werden Quecksilber, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Dioxine und Furane sowie dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) in der Deposition erfasst.

Auch die Außenluft wird auf verschiedene Schadstoffe untersucht. Dazu gehören unter anderem Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Salzsäure, Fluorwasserstoff, Phenol, Formaldehyd, Ammoniak, Schwefelwasserstoff sowie flüchtige organische Verbindungen und BTEX.

Messcontainer für Echtzeitdaten ab Ende Oktober geplant

Parallel zu den Untersuchungen der ersten Phase laufen die Vorbereitungen für Phase II. In Mumsdorf und Falkenhain sollen an den bislang am stärksten betroffenen Messpunkten jeweils Messcontainer aufgebaut werden. Diese verfügen über kontinuierlich registrierende Messtechnik, sodass die Messwerte in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Voraussichtlich können die Container erst Ende Oktober aufgebaut werden. Mit ihrer Hilfe lassen sich neben Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Kohlenmonoxid auch kontinuierlich PM10- und PM2,5-Partikel messen. Optional ist zudem die Erfassung von BTEX sowie von Methan und Nichtmethan-VOC vorgesehen. An weiteren Messpunkten sollen ebenfalls PM10 und PM2,5 untersucht werden. Ergänzend werden meteorologische Daten wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfasst.

Mit dem Aufbau der Messcontainer werden die Messungen der ersten und zweiten Phase parallel fortgeführt. Die Ergebnisse sollen mit vorhandenen Beurteilungskriterien verglichen werden. Für die meisten untersuchten Parameter liegen entsprechende Kriterien vor oder können auf Grundlage etablierter Verfahren abgeleitet werden.

Messungen an fünf Standorten

Neben Mumsdorf wurden Messstationen in Falkenhain, Bünauroda, Meuselwitz und Michelwitz eingerichtet. Bei der Auswahl der Standorte orientierte sich ANECO an den Vorgaben der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sowie an der VDI-Richtlinie 4280 Blatt 3 zu Messstrategien im Umfeld ortsfester Emissionsquellen.

Berücksichtigt wurden insbesondere die nächstgelegene Wohnbebauung, sensible Einrichtungen wie Kindergärten sowie die bisher gemeldeten Geruchs- und Immissionswahrnehmungen. Mumsdorf und Falkenhain gelten aufgrund der dort besonders häufig wahrgenommenen Belastungen als primäre Beurteilungspunkte.

Bünauroda wurde zusätzlich ausgewählt, weil der Ort bei westlichen Windrichtungen unmittelbar im möglichen Ausbreitungsbereich der Emissionen liegt. Ein weiterer Messpunkt befindet sich im Bereich der nördlichen Wohnbebauung von Meuselwitz. Dieser Bereich könnte insbesondere bei nördlicher Anströmung vom Schwelbrand beeinflusst werden.

Auch aus Michelwitz wurden Beschwerden gemeldet. Obwohl der Ort weiter von der Emissionsquelle entfernt liegt und außerhalb der typischen Messortabstände der VDI-Richtlinie liegt, sollen dort aufgrund der Beschwerdesituation ebenfalls Untersuchungen stattfinden. Der Messumfang wird dort jedoch eingeschränkt sein.

Die Messungen sind zunächst bis zum Jahresende vorgesehen. Eine Verlängerung ist möglich.

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