Sonnige Wintertage sind ein Traum für Spaziergänger, doch für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer ist die tiefstehende Sonne ein echter Risikofaktor. Bei starker Blendung legen Autofahrer je nach Geschwindigkeit mehrere Wagenlängen im Blindflug zurück, wodurch es schnell zu einem Unfall kommen kann. Eine Gefahr, die oft auch von Fußgängern und Radfahrern unterschätzt wird: viele gehen davon aus, dass andere Verkehrsteilnehmer sie schon sehen und beachten werden, wenn sie die Straße überqueren. Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen empfiehlt vorausschauendes Fahren, ein bewusstes Erhöhen der Sitzposition und das Tragen einer Sonnenbrille.
Wie gefährlich die Blendgefahr durch die tiefstehende Sonne ist, weiß Unfallexperte Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen. „Selbst bei einer Geschwindigkeit von nur 30 Kilometer pro Stunde legt ein Auto circa zwei Wagenlängen pro Sekunde zurück. Bei 50 km/h sind es sogar fast 14 Meter, die ein geblendeter Autofahrer ohne jegliche Sicht im Stadtverkehr unterwegs sein kann. Beim Auftauchen eines plötzlichen Hindernisses bleibt dann kaum noch Zeit zum Reagieren. Auf Landstraßen bei Tempo 100 km/h sprechen wir bereits von knapp 30 Metern Blindflug pro Sekunde“, so Schauffler. Die Gefahr durch Sonnenblendung wird seiner Meinung nach von vielen Autofahrern unterschätzt. Und wenn es erst zu einem Unfall gekommen ist, ist der Verweis auf die tiefstehende Sonne nur noch ein schwacher Trost. Auch Fahrradfahrer und Fußgänger müssen an sonnigen Wintertagen ihr Verhalten im Straßenverkehr den äußeren Bedingungen anpassen. „Wer hier unbedarft und schnell mal an einer unübersichtlichen Stelle die Straßen überquert, kann im schlimmsten Fall in einen Unfall verwickelt werden“, warnt Marcel Schauffler.
Hilfreich für Autofahrer ist es, die Sitzposition zu erhöhen und die Sonnenblenden herunterzuklappen. Eine Sonnenbrille hilft, sich vor der Blendwirkung der Sonne zu schützen. Es ist immer ratsam, diese gerade auch im Winter stets griffbereit zu haben. Außerdem sollten sich Autofahrer bei tiefstehender Sonne am rollenden Verkehr orientieren und bremsbereit sein. Marcel Schauffler empfiehlt dabei, den Sicherheitsabstand zu vergrößern. „Vor allem beim Abbiegen und Überholen sollten sich geblendete Fahrzeugführer lieber doppelt absichern. Hilfreich kann hier der Beifahrer sein, der möglicherweise einen besseren Blickwinkel hat, aber auch eine Hand zum kurzzeitigen Abdecken der Blendwirkung der Sonne kann im Zweifel weiterhelfen“, meint Marcel Schauffler.
Eine verschmutzte Windschutzscheibe erhöht die Blendwirkung zusätzlich. Marcel Schauffler rät daher, die Frontscheibe gerade in der dunklen Jahreszeit regelmäßig von außen und innen zu reinigen. „Schmutzablagerungen und Schlieren wirken wie ein Grauschleier. Die Blendwirkung der Sonnenstrahlen oder des Scheinwerferlichts des Gegenverkehrs wird dadurch zusätzlich verstärkt“, erläutert Schauffler. Autofahrer sollten aktuell zudem darauf achten, dass ihre Scheibenwaschanlage mit ausreichend Wischwasser und entsprechendem Zusatz gefüllt ist.
Kommentare