Die Zahl der Straftaten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte in Thüringen ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Dennoch bleibt das Gewalt- und Aggressionsniveau gegen Einsatzkräfte hoch. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 1.274 Straftaten mit der Opferspezifik „Polizeivollzugsbeamte“ registriert (2024: 1.424). Damit liegt die Zahl zwar um rund zehn Prozent niedriger als im Vorjahr, bewegt sich aber weiterhin über dem Niveau von 2021 mit 1.182 Fällen.
Innenminister Georg Maier erklärt: „Polizistinnen und Polizisten erleben im Einsatz immer häufiger Aggression, Respektlosigkeit und Gewalt. Wer Einsatzkräfte angreift, greift den Staat und diejenigen an, die täglich für Sicherheit sorgen. Das ist nicht hinnehmbar.“
Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 99,2 Prozent (2024: 98,8 Prozent) und damit erneut auf sehr hohem Niveau. Insgesamt wurden 993 Tatverdächtige ermittelt (2024: 1.074). Fast jeder zweite Tatverdächtige stand unter Alkoholeinfluss. Der Anteil alkoholisierter Tatverdächtiger lag bei 49,5 Prozent (2024: 54,1 Prozent). Zudem waren 24,1 Prozent der Tatverdächtigen nichtdeutsch (2024: 26,0 Prozent).
Besonders häufig registrierte die Polizei Widerstandsdelikte und tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte. Allein 620 Fälle entfielen auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (2024: 712). Hinzu kamen 385 Fälle tätlicher Angriffe auf Polizeikräfte (2024: 437). Damit machen diese beiden Deliktsbereiche zusammen fast 79 Prozent aller registrierten Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte aus. Auch Bedrohungen und Beleidigungen bleiben ein erhebliches Problem. Die Polizei registrierte 114 Bedrohungen (2024: 119) sowie 87 Beleidigungsdelikte gegen Einsatzkräfte (2024: 73).
Insgesamt wurden 2.549 Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte als Opfer erfasst (2024: 2.908). Dabei kann ein einzelner Vorfall mehrere betroffene Einsatzkräfte umfassen.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Belastung der Polizeikräfte auf dauerhaft hohem Niveau verfestigt hat:
Im Jahr 2025 wurden zudem 172 Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte im Einsatz verletzt (2024: 167). In 128 Fällen wurden die Verletzungen als Dienstunfall anerkannt. Die Verletzungen reichen von Prellungen, Frakturen und Bissverletzungen bis hin zu Schädel-Hirn-Traumata. Häufig entstanden die Verletzungen bei Widerstandshandlungen, tätlichen Angriffen oder bei Einsätzen im Demonstrationsgeschehen.
Darüber hinaus wurden 16 politisch motivierte Gewaltdelikte gegen Polizeikräfte registriert. Diese wurden überwiegend in den Phänomenbereichen PMK-links sowie PMK-sonstige Zuordnung erfasst.
Minister Maier betont: „Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte verdienen Respekt und Rückhalt. Sie stehen täglich für unsere Sicherheit ein – oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Gewalt gegen Einsatzkräfte darf niemals zur Normalität werden.“
Kommentare