Das Jahr 2026 startet für die Mitglieder des Kreisbauernverbandes Altenburg e.V. (KBV) mit Bedenken. Während die aktuellen Preissituationen angespannt bleiben, wurde bereits ein Bürokratieabbau angekündigt. Der KBV fordert in diesem Zusammenhang weniger Bürokratie, faire Preise und eine starke EU.
Nach der letztjährigen Bundestagswahl und der Zusage des Bundeskanzlers Friedrich Merz, sich für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft einzusetzen, ist es für den KBV von Bedeutung, dass konkrete Maßnahmen folgen. Ein wichtiges Ziel wird es sein, die Ernährungssicherheit wieder ins Zentrum zu rücken und regionalen Fokus zu legen. Denn „Klimaschutz und Artenschutz gelingen nur mit der Landwirtschaft – nicht gegen sie“, betont der KBV.
Die Betriebe engagieren sich aktiv, insbesondere in Diskussionsrunden zu Themen wie Windkraft oder dem Kampf gegen die Flächenversiegelung landwirtschaftlich genutzter Böden. Würde der versprochene Bürokratieabbau zeitnah Wirkung zeigen, könnten die Bauern sich wieder stärker ihrer eigentlichen Tätigkeit widmen und ertragreicher arbeiten.
Das große Interesse potenzieller Auszubildender auf Berufsmessen freut die regionalen landwirtschaftlichen Betriebe, sodass der Fachkräftemangel hoffentlich nicht so stark durchschlägt. „Durch die vielen Rückschläge – politisch wie wirtschaftlich bedingt – fällt es uns schwer, optimistisch in die Zukunft zu blicken, auch wenn wir es gerne würden,“ ergänzt der KBV-Vorsitzende Tom Bauch. Er vertraut jedoch auf den guten Zusammenhalt unter den Mitgliedern.
Das Jahr 2025 war für die Landwirtschaft geprägt von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Volatile Märkte, ruinöse Erzeugerpreise, steigende Kosten und überbordende Bürokratie belasteten die Betriebe erheblich. Dennoch zeigt sich der Kreisbauernverband kämpferisch: „Unsere Lebensmittel sind keine Ramschware, sondern hochqualitative Produkte, die faire Preise verdienen“, betont Tom Bauch.
Die Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler am 23. Februar 2025 und sein Versprechen, sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einzusetzen, wurden als wichtiges Signal gewertet. Nun müssen jedoch konkrete Maßnahmen folgen – insbesondere beim Bürokratieabbau und der Sicherung fairer Rahmenbedingungen.
2025 war für den KBV ein Jahr intensiver Arbeit. Die Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl, die Mitgliederversammlung in Starkenberg und das Nacherntegespräch in Schwanditz stärkten den Dialog zwischen Politik und Landwirtschaft. Auch die Diskussion um die Zukunft der Windkraft und das Treffen mit Staatssekretär Marcus Malsch unterstrichen die Rolle des KBV als Stimme der regionalen Landwirtschaft. Berufsmessen verdeutlichten zudem, wie wichtig die Nachwuchsförderung ist – ein Dank gilt allen Unterstützern.
Ein zentrales Thema war der Kampf gegen die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen. Die Gründung der Bürgerinitiative „NEIN zum Industriegebiet Altenburg-Windischleuba“, die in einem Gespräch mit Ministerpräsident Prof. Dr. Mario Voigt gipfelte, stellte einen Meilenstein im Einsatz für den Erhalt landwirtschaftlich genutzter Böden dar.
Der Thüringer Bauernverband e.V. (TBV) konnte wichtige praxistaugliche Lösungen umsetzen, wie etwa Klarstellungen bei der Düngebedarfsermittlung und die Verhinderung eines verpflichtenden Flächenregisters. Auch die Anerkennung der natürlichen Schwimmschicht und Korrekturen bei der Ausgleichszulage sind Schritte, die den Betrieben helfen.
Der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) erzielte ebenfalls spürbare Entlastungen: die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ab 2026, die Streichung der Stoffstrombilanz und Fortschritte beim Wolf-Management. Aus Sicht des KBV sind diese Erfolge entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft.
Für 2026 fordert der KBV erneut weniger Bürokratie, faire Preise und eine starke EU-Agrarpolitik
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