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Bürgerinitiative „NEIN zum Industriegebiet Altenburg/Windischleuba“ informiert Eigentümer und präsentiert nachhaltige Alternative

Pressemitteilungen
20.05.2026, 16:52 Uhr
Von: Kreisbauernverbandes Altenburg e.V.
Die Bürgerinitiative „NEIN zum Industriegebiet Altenburg/Windischleuba“ stellte am 15. Mai in Gerstenberg das alternative Konzept „Campus Gerstenberg“ vor — ein ökologisch ausgerichteter Entwicklungsplan als Gegenentwurf zum geplanten Industriegebiet.

Gerstenberg — Die Bürgerinitiative „NEIN zum Industriegebiet Altenburg/Windischleuba“ lud am Freitag, 15. Mai 2026 die Eigentümer betroffener Flurstücke nach Gerstenberg, um über aktuelle Entwicklungen zu informieren und das Modell „Campus Gerstenberg“ vorzustellen. Nachdem Gespräche über ein konventionelles Industriegebiet mehrfach verschoben worden waren — die LEG werde erst tätig, wenn ein Zuweisungs‑/Förderbescheid vorliege — informierte Vorsitzende Katja Kipping über den bisherigen Stand und die Aktivitäten der Initiative.

Hintergrund und Kritik 
Die 2025 gegründete Bürgerinitiative begründet ihren Widerstand mit Befürchtungen zu Lärm, erhöhtem LKW‑Verkehr, Lichtverschmutzung, Bodenversiegelung und weiteren negativen Folgen. Kipping kritisierte fehlende Machbarkeitsstudien der Stadt und berichtete, dass Gespräche mit Eigentümern wiederholt verschoben wurden, weil Fördermittel noch nicht zugesagt seien.

Vorstellung: Campus Gerstenberg 
Der Unternehmer und Stadtratsmitglied Erik Busse, der sich 2025 als Zuhörer in die Initiative eingefügt hatte, entwickelte daraufhin das alternative Konzept „Campus Gerstenberg“. Busse betonte den Anspruch, Interessen von Eigentümern, Bürgerinitiative und Stadt zu vereinen und von Anfang an transparent zu arbeiten. Sein Konzept setzt auf ein ökologisch‑grünes Profil, will hochwertige (Industrie‑)Arbeitsplätze schaffen und unnötige Versiegelung fruchtbarer Böden vermeiden. In Abstimmung mit der Agrargenossenschaft Gerstenberg eG ist vorgesehen, dass landwirtschaftliche Maschinen auch unterhalb von Solaranlagen uneingeschränkt arbeiten können.

Drei Säulen des Campus

  1. Energie – dezentrale, mehrfach nutzbare Energieerzeugung (z. B. Solarflächen in Kombination mit weiterer Nutzung)
  2. Datengewinnung – Rechenzentren als Teil des Konzepts
  3. Ernährung – Nutzung von Abwärme, beispielsweise für Fischzucht und regionale Produktion

Busse erläuterte einen mehrstufigen Umsetzungsplan (5, 10 und 20 Jahre), der modular angepasst oder zurückgestellt werden kann; zentrale Leitlinien sind Transparenz und stufenweise Sicherstellung von Akteurs‑Zustimmung. Er betonte, dass sein Businessplan ohne die angekündigten Kohlefördermittel realisierbar sei.

Reaktionen und Ausblick 
Die anwesenden Eigentümer zeigten sich überwiegend aufgeschlossen und stellten Fragen zur Realisierung. Gerstenbergs Bürgermeister Uwe Patzelt warnte vor möglichen Folgen eines klassischen Industriegebiets (Lärm, Emissionen) und merkte an, dass Busse das Projekt andernorts verwirklichen könnte, falls es hier nicht zustande kommt. Christian Schellenberg (Agrargenossenschaft) forderte die Grundstückseigentümer auf, in Gesprächen mit der LEG die Campus‑Idee zu vertreten und sich gegen konventionelle Industriepläne zu positionieren.

Die Bürgerinitiative und Befürworter sehen im Campus Gerstenberg Potenzial für ein Leuchtturmprojekt mit regionaler Strahlkraft, das Forschung und neue Arbeitsfelder anziehen könnte. Das Thema soll erneut im Stadtrat behandelt werden; nun sind Stadt und LEG gefordert, zukunftsorientierte Planungen vorzulegen. Busse plädiert dafür, Ansiedlungen vorab konzeptionell zu klären — im Gegensatz zum städtischen Vorgehen, erst Fläche zu schaffen und dann zu werben.

Kontakt / Weiteres 
Das Konzept wird weiter in Gremien und mit Eigentümern diskutiert; konkrete Förderbescheide oder Entscheidungen seitens Stadt/LEG stehen noch aus.

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