Meuselwitz. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat das weitere Vorgehen zur Bekämpfung des Großbrandes am Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt. Nachdem der Einsatz eines Löschhubschraubers am vergangenen Wochenende nicht den erhofften Erfolg brachte, soll der unterirdische Brand künftig durch eine kontrollierte Flutung des Geländes eingedämmt werden.
Nach Angaben der LMBV konnte der Löschhubschrauber die Rauchentwicklung nur vorübergehend verringern. Auswertungen von Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkameras zeigten, dass das Wasser lediglich die Oberfläche erreichte, die eigentlichen Brandherde in tieferen Schichten jedoch nicht gelöscht werden konnten. Weitere Hubschraubereinsätze sind daher nicht vorgesehen.
Um eine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Wald- und Freiflächen zu verhindern, wird die bestehende zehn Meter breite Brandschutzschneise auf insgesamt 30 Meter erweitert. Die Arbeiten beginnen am 14. Juli und erfolgen in Abstimmung mit ThüringenForst. Bereits in der vergangenen Woche wurde zudem eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche entlang der Schneise angelegt und mit Wasser sowie Netzmitteln gefüllt.
Als langfristige Maßnahme plant die LMBV, das rund acht Hektar große Kohletrübebecken kontrolliert zu fluten. Dafür sollen zwei provisorische Rohrleitungen mit einer Länge von jeweils rund vier Kilometern vom Restloch Zipsendorf bis zum Brandgebiet verlegt werden. Die erforderlichen Genehmigungen der betroffenen Grundstückseigentümer werden derzeit eingeholt. Zusätzlich sind Abstimmungen für die Querung einer Bahnstrecke und einer Kreisstraße notwendig.
Parallel dazu wird die Errichtung eines Brunnens in unmittelbarer Nähe vorbereitet, um die Wasserversorgung dauerhaft sicherzustellen und das öffentliche Trinkwassernetz zu entlasten.
Nach Fertigstellung der Leitungen könnten bis zu 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Becken gepumpt werden. Die vollständige Flutung des Areals würde nach derzeitigen Schätzungen bis zu 20 Tage dauern.
Die Brandbekämpfung bleibt weiterhin schwierig. Zum einen ist das Gelände aufgrund des instabilen Untergrundes nicht begehbar, zum anderen stehen aus dem Leitungsnetz der Stadt Meuselwitz lediglich 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung. Hinzu kommt, dass sich die unterirdischen Brandherde ständig verlagern und an unterschiedlichen Stellen wieder aufflammen.
Täglich sind Mitarbeiter der LMBV und beauftragter Unternehmen vor Ort, um mit Sprinkleranlagen die Brandherde einzudämmen und die Rauchentwicklung möglichst gering zu halten.
Der Qualm führt weiterhin zu einer erheblichen Geruchsbelästigung in Meuselwitz und den umliegenden Ortschaften. Nach Angaben der LMBV werden die Konzentrationen von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan regelmäßig überwacht. Die gemessenen Werte seien zwar leicht erhöht, nach aktuellem Stand jedoch gesundheitlich unbedenklich. Mit zunehmender Entfernung vom Brandherd nehme die Schadstoffkonzentration deutlich ab.
Das Großbrandereignis war am 27. Juni 2026 auf einer stillgelegten Bergbaufläche zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain ausgebrochen. Betroffen ist das Kohletrübebecken I des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitgehend gelöscht werden. Seit dem 3. Juli liegt die Verantwortung für die weitere Brandbekämpfung bei der LMBV, die sich nach eigenen Angaben eng mit den zuständigen Behörden abstimmt. Angaben zu den bisher entstandenen Kosten liegen bislang nicht vor.
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