Unfallschwerpunkt Schulweg: Kein Tag ohne verunglückte Kinder auf Thüringer Straßen - ABG-Net.de
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Unfallschwerpunkt Schulweg: Kein Tag ohne verunglückte Kinder auf Thüringer Straßen |

(Foto: Ronny Franke)

Unfallschwerpunkt Schulweg: Kein Tag ohne verunglückte Kinder auf Thüringer Straßen

Pressemitteilungen Verkehrsgeschehen / Straßensperrungen
21.08.2026, 13:39 Uhr
Von: TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!
Zum Schulbeginn warnt der TÜV Thüringen vor Gefahren an Schulen und Haltestellen. Die Zahl der Schulwegunfälle ist zuletzt deutlich gestiegen.

TÜV Thüringen mahnt zu besonderer Vorsicht an Schulen und Haltestellen

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres nehmen in Thüringen wieder Tausende Schülerinnen und Schüler täglich am Straßenverkehr teil. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, im sogenannten Elterntaxi oder mit Bus und Bahn – der Weg zur Schule und zurück birgt insbesondere für jüngere Kinder zahlreiche Gefahren.

Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 registrierte die Thüringer Polizei mehr als 21.000 Verkehrsunfälle. Bei fast jedem zehnten Unfall kamen Menschen zu Schaden. Erfahrungsgemäß steigt zum Schulbeginn auch das Risiko für Unfälle mit Kindern. Einen besonderen Schwerpunkt sieht Marcel Schauffler, Unfallexperte beim TÜV Thüringen, nicht nur im unmittelbaren Umfeld von Schulen, sondern auch an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs.

Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik verunglückt statistisch gesehen alle 15 Stunden ein Kind im Straßenverkehr. Damit vergeht im Durchschnitt kein Tag ohne einen Unfall mit einem Kind.

„Für Autofahrer heißt es jetzt nicht nur vor Schulen, sondern gerade auch an Haltestellen: Fuß vom Gas und ständig bremsbereit sein! Besondere Aufmerksamkeit sollte den Schulbussen geschenkt werden“, mahnt Marcel Schauffler. Schulbusse sind an einem orangefarbenen, viereckigen Hinweisschild mit zwei Kindern zu erkennen.

Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler könnten viele Verkehrssituationen noch nicht richtig einschätzen und die Fahrbahn unvermittelt und unüberlegt überqueren. „Darauf sollten alle anderen Verkehrsteilnehmer besonders zu Schulbeginn gefasst sein“, erklärt Schauffler.

Auch das richtige Verhalten an Bushaltestellen ist nach Einschätzung des Unfallexperten nicht allen Autofahrerinnen und Autofahrern ausreichend präsent. Nähert sich ein Linienbus oder ein gekennzeichneter Schulbus mit eingeschaltetem Warnblinklicht einer Haltestelle, darf er nicht überholt werden. Hält der Bus an der Haltestelle und bleibt das Warnblinklicht eingeschaltet, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit an ihm vorbeigefahren werden. Diese Regelung gilt auch für den Gegenverkehr.

Möchte ein Linien- oder Schulbus die Haltestelle wieder verlassen, müssen herannahende Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ihm das ermöglichen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 ereigneten sich in Thüringen laut Verkehrsunfallstatistik 2.009 Unfälle mit Personenschaden. Das waren rund 250 Unfälle weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Verkehrstoten ging leicht zurück: Von Januar bis Mai 2026 kamen 28 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben – zwei weniger als im Vergleichszeitraum.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Schulwegunfällen. Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr insgesamt um 6,7 Prozent. Die Zahl der Schulwegunfälle mit Personenschaden nahm sogar um 16,7 Prozent zu. Dabei verunglückten 39 Schülerinnen und Schüler auf Thüringens Straßen, sechs von ihnen schwer.

Erstmals seit zehn Jahren kam 2025 in Thüringen wieder ein Kind auf dem Schulweg ums Leben. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei den zu Fuß unterwegs gewesenen Schulkindern: Ihre Zahl stieg von neun auf 15. Weitere 16 Schulkinder verunglückten im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad.

Beschränkt man den Blick nicht nur auf Schulwegunfälle, verunglückte in Thüringen im Durchschnitt alle 15 Stunden ein Kind unter 15 Jahren im Straßenverkehr.

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