Unter dem Motto „Gestern mutig. Heute sichtbar. Morgen frei.“ setzt der Christopher Street Day (CSD) Altenburg am 30. August 2026 ein klares Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und ein selbstbestimmtes Leben. Die zentrale Botschaft: Freiheit beginnt dort, wo Menschen sichtbar sein können – ohne Angst haben zu müssen.
Die Parade startet um 13 Uhr vor dem Bahnhof in Altenburg. Von dort bewegt sie sich durch die Stadt. Auf dem Weg sind zwei Zwischenkundgebungen vorgesehen:
Bereits zuvor lädt der CSD zu einer Plakatwerkstatt ein. Sie findet am 22. August 2026 um 18 Uhr in der Farbküche, Moritzstraße 6 in Altenburg, statt.
Das Motto schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es würdigt den Mut der Menschen, die den Grundstein für die Rechte queerer Menschen gelegt haben – gleichzeitig macht es deutlich, dass Sichtbarkeit auch heute nicht selbstverständlich ist.
In einer Zeit zunehmender Anfeindungen braucht es mehr Mut denn je, offen zu sich selbst zu stehen. Ziel des CSD Altenburg bleibt, eine Gesellschaft zu fördern, in der Freiheit und Gleichberechtigung für alle als selbstverständlich gelten.
Gerade im ländlichen Raum seien Christopher Street Days unverzichtbar, heißt es. Auch im Altenburger Land leben queere Menschen – als Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen, Vereinsmitglieder und Familienangehörige. Der CSD soll ihre Lebensrealitäten sichtbar machen und einen Ort schaffen, an dem Gemeinschaft, Solidarität und gegenseitige Unterstützung erlebbar werden.
„Queere Menschen dürfen ihre Heimat nicht verlassen müssen, um Akzeptanz und Zusammenhalt zu erfahren. Vielfalt gehört selbstverständlich auch ins Altenburger Land“, sagt Max Bretzmann, Sprecher und Mitorganisator des CSD Altenburg.
Der CSD Altenburg stellt sich zugleich entschieden gegen Hass, Ausgrenzung und Einschüchterung. Grund dafür sind laut Veranstalter steigende queerfeindliche Übergriffe sowie der bundesweit erhöhte Sicherheitsdruck bei Christopher Street Days. Der Anschlag auf den Berliner CSD habe viele Menschen tief erschüttert – dem wolle der CSD Altenburg mit einem sichtbaren Zeichen entgegentreten.
Max Bretzmann erklärt:
„Es ist zutiefst verunsichernd, dass queere Menschen sich wieder Gedanken machen müssen, wo sie öffentlich Gesicht zeigen, weil sie sich gleichzeitig entscheiden müssen, ein potenzielles Sicherheitsrisiko einzugehen. Aus Organisator:innensicht liegen daher natürlich zuerst immer die Sicherheitsbedenken auf der Hand und dann der Wunsch, als Community Zusammenhalt, Solidarität und Lebensfreude ausstrahlen zu können; und das überall, auch bei uns in Ostthüringen.“
Auch Alexandra Essl, Sprecherin und Mitorganisatorin, betont die besondere Situation trans, intergeschlechtlicher und nichtbinärer Menschen:
„Gerade trans, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen erleben derzeit, dass ihre Lebensrealitäten immer häufiger politisch infrage gestellt werden. Viele queere Menschen fragen sich wieder, ob sie überall offen sie selbst sein können. Genau deshalb braucht es Christopher Street Days, gerade im ländlichen Raum.“
Der CSD versteht sich als Einladung an alle, die für Respekt, Menschenwürde und eine demokratische Gesellschaft einstehen. Vielfalt, Freiheit und Gleichberechtigung seien keine Anliegen nur einer Community, sondern das Fundament einer offenen Gesellschaft.
„Gestern brauchte es Mut, den ersten Schritt zu gehen. Heute braucht es mehr Mut denn je, sichtbar zu sein. Morgen soll Freiheit für alle selbstverständlich sein. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine Gesellschaft, in der niemand mehr Mut braucht, um einfach er selbst sein zu dürfen“, so Bretzmann.
Zusätzlich werden künstlerische Acts stattfinden.
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