Meuselwitz. Im Vorfeld der jüngsten Stadtratssitzung in Meuselwitz haben sich Vertreter der Stadt, des Landkreises Altenburger Land und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zur aktuellen Situation am Schwelbrand im Kohletrübebecken I abgestimmt. Im Mittelpunkt standen die geplanten Luftmessungen in den betroffenen Ortslagen.
Ziel der Messungen ist es, belastbare Aussagen über mögliche Gesundheitsgefährdungen treffen zu können. Bislang wurden nach Angaben der Beteiligten keine auffälligen Werte festgestellt.
„Die LMBV hat das ANECO Institut für Umweltschutz gebunden, um den Bescheid der Stadt umzusetzen. Das Institut erarbeitet derzeit einen Messplan, der der Stadt vorgelegt wird“, erläuterte Elke Kreische-König, Bereichsleiterin Mitteldeutschland der LMBV. Sobald die Stadt dem Messplan zustimmt, könnten die Messungen zeitnah beginnen.
Nach ersten Einschätzungen der Sachverständigen sollen in den betroffenen Orten transportable Luftsammler aufgestellt werden. Diese erfassen mögliche Schadstoffe sowie meteorologische Daten. Die Proben werden anschließend im Labor untersucht und ausgewertet. Bei zahlreichen Parametern wird die Auswertung zeitversetzt erfolgen und mehrere Wochen in Anspruch nehmen können.
Die zuständigen Behörden unterstützen das Vorgehen, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Zugleich konnte die LMBV die Befürchtung ausräumen, dass im betroffenen Kohletrübebecken I möglicherweise Abfälle eingelagert worden sein könnten.
„Nach unseren Recherchen in Archiven und unserer Markscheiderei handelt es sich bei den Ablagerungen im betroffenen Kohletrübebecken I jeweils um Asche und Kohletrübe, also um Kohlereste aus dem Brikettierprozess. Nach den uns vorliegenden Informationen wurden dort keine anderen Stoffe eingebracht“, sagte Kreische-König. In der Vergangenheit seien zwar Abfälle durch Dritte in der Feststoffkippe beziehungsweise Hyzetkippe abgelagert worden. Diese befinde sich jedoch an anderer Stelle und sei nicht vom Schwelbrand betroffen.
Die mit den Arbeiten beauftragte Feuerwehr von KÖTTER Security optimiert derzeit die Benetzung des Schwelbrands. Mit den bisherigen Maßnahmen konnte die Rauchentwicklung bereits deutlich reduziert werden. Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die ausreichende Versorgung mit Wasser. Die Möglichkeiten zur Entnahme aus dem Trinkwassernetz sind ausgeschöpft. Dies bestätigte auch der kommunale Wasserversorger.
Mitte August hat der Bau einer Wasserleitung begonnen, die Wasser vom Restloch Zipsendorf in das Restloch Rusendorf führen soll. Der erste Kilometer eines Strangs der insgesamt rund acht Kilometer langen Doppelstrangleitung ist bereits fertiggestellt. Ausführendes Unternehmen ist die Lutz Duwe KG aus Leipzig.
Sobald ausreichend Wasser zur Verfügung steht, kann der Schwelbrand weiter oberflächlich bekämpft werden. Die LMBV geht davon aus, dass die Rauch- und Geruchsbelästigungen bis zum Jahresende behoben sein werden.
Als dauerhafte Lösung gilt weiterhin die Abdeckung des Beckens. Sie soll den Brand der Kohletrübe endgültig ersticken. Die entsprechenden Planungen laufen parallel. Nach derzeitiger Einschätzung könnten die Arbeiten im Jahr 2027 beginnen.
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