Wenn plötzlich dunkle Flecken an der Wand auftauchen, schrillen bei vielen die Alarmglocken – zu Recht. Schimmel in Wohnräumen sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch die Gesundheit gefährden. Die Verbraucherzentrale Thüringen erklärt, was Betroffene tun können und warum schnelles, überlegtes Handeln wichtig ist.
„Schimmel entsteht immer durch Feuchtigkeit – die Ursachen dafür können aber ganz unterschiedlich sein“, erklärt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Oft liegt es am falschen Lüften oder zu sparsamen Heizen. Manchmal sind aber auch bauliche Mängel der Auslöser.“
In jedem Fall gilt: Nicht nur der Schimmel selber, sondern auch seine Herkunft müssen angegangen werden. „Wird nur die befallene Stelle behandelt, ohne das eigentliche Problem zu lösen, kehrt die Feuchtigkeit – und damit der Schimmel – fast immer zurück“, warnt Ramona Ballod.
Kleine Schäden selbst entfernen – aber richtig
Ist nur eine kleine Fläche von bis zu einem halben Quadratmeter betroffen und befindet sich der Schimmel nur auf der Oberfläche, können Mieter:innen den Schaden unter bestimmten Bedingungen selbst beheben. Auf glatten Flächen genügt meist ein handelsüblicher Haushaltsreiniger.
„Dabei ist guter Schutz entscheidend“, betont Ballod. „Tragen Sie Handschuhe, eine Schutzbrille, einen Mundschutz mit Feinstaubfilter der Klasse P2 und am besten einen Einweg-Overall.“ Wichtig sei auch, keinen Staub aufzuwirbeln oder einzuatmen. Fenster sollten geöffnet werden, um die Sporen nach draußen zu leiten.
Poröse Materialien wie Tapeten oder Gipskartonplatten müssen meist vollständig entfernt werden – sie lassen sich kaum reinigen. Vor dem Abziehen sollte man die Tapete leicht anfeuchten, um die Schimmelsporen zu binden.
Zur Desinfektion eignet sich 70- bis 80-prozentiger Ethylalkohol, zum Beispiel Brennspiritus. „Dabei besteht allerdings Explosionsgefahr. Deshalb bitte gut lüften, nicht rauchen und offenes Feuer unbedingt vermeiden“, warnt die Expertin.
Große Schäden gehören in Fachhände
Bei größeren Schimmelflächen – ab etwa einem halben Quadratmeter – sollte man unbedingt Profis beauftragen. Fachleute für Schimmelsanierung kennen die Risiken und verfügen über die nötige Ausrüstung sowie das Know-how, um Schimmel fachgerecht und gesundheitsschonend zu entfernen. Bei der Suche helfen die Datenbanken der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern.
Gut beraten bei Schimmelproblemen
Eine unabhängige Beratung kann helfen, die Ursache des Schimmelschadens zu finden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen bieten dazu individuelle Unterstützung an. Ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.
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