Altenburg. Es gibt wieder höherklassigen Handballsport in Altenburg. Nach dem Regionalliga-Aus der Frauenmannschaft des SV Aufbau Altenburg in der Saison 2023/24 spielten die Skatstädterinnen im Thüringer Oberhaus. Dort wurden sie 2024/25 Vizemeister und in der vergangenen Saison 2025/26 mit nur einer Niederlage aus 16 Spielen (30:2 Punkte/466:341 Tore) souverän Thüringenmeister.
Damit wurde das Nahziel der von Ronny Bärbig und Antonio Rohr trainierten Mannschaft erreicht: der Wiederaufstieg in die MHV-Regionalliga. Gleichwohl sind die Altenburgerinnen Thüringens einzige Vertretung in der vierthöchsten Spielklasse. Insgesamt zwölf Mannschaften nehmen am Regionalligaspielbetrieb teil. Für die Altenburgerinnen bedeutet das teilweise lange Anfahrtswege zu den Auswärtsspielen.
Nach der Auftaktniederlage beim Titelmitfavoriten Görlitzer HC stellte sich das teilweise neu formierte Aufbau-Team im Goldenen Pflug erstmals dem heimischen Publikum. Verkraftet werden müssen die Abgänge der ehemaligen Leistungsträgerinnen Claudia Voigt und Franziska Bärbig, die ihre aktive Laufbahn beendet haben, sowie von Hannah Gentsch, die den Verein gewechselt hat.
Mit Anne Erler (Nr. 5, zuvor LSV Ziegelheim), Paula Büttner (Nr. 18, HSG Saalfeld/Könitz), Lena Lindemann (Nr. 23, HSG Werratal) und Torhüterin Nina Wolfram (Nr. 1, SV Germania Zwenkau) konnten die Altenburgerinnen einige vielversprechende Neuzugänge verpflichten. Sportliche Wunder sind noch nicht zu erwarten. Möglichst schnell in der neuen Spielklasse Fuß zu fassen, um den Klassenerhalt zu sichern, ist jedoch zwingend notwendig, denn jedes Spiel wird zu einer Herausforderung.
Mit dem favorisierten SV Union Halle-Neustadt II gastierte die Bundesligareserve, das Juniorteam Wildcats, im Goldenen Pflug. Die Hallenserinnen hatten ihr Auftaktspiel zu Hause gegen den HC Rödertal II souverän gewonnen. Zwei große „Brocken“ also gleich zu Saisonbeginn. Verletzungsbedingt stand Leistungsträgerin Nancy Beine nicht zur Verfügung, Jenniffer Vogel hingegen war wieder mit von der Partie.
Selbstbewusst ging Aufbau Altenburg in die Begegnung. Nach 3:12 Minuten lagen die Gastgeberinnen mit 2:0 vorn. In der 14. Minute glichen die Wildcats zum 5:5 aus. Von da an lagen die Gäste zunächst knapp vorn, in der 21. Minute jedoch bereits mit sechs Toren (6:12).
Aufbau-Torhüterin Gina Perkowski musste zur Höchstform auflaufen. Eva Zilinskas, Sophia Kopp und Else Kriesel, die jeweils fünf Treffer für Union Halle erzielten, nutzten im Angriff die Lücken in der Aufbau-Abwehr und kamen zu häufig zum Torwurf. Die Neuzugänge Paula Büttner (sieben Tore) und Vivien Maria Klöppel (fünf Tore) bewiesen ihren Torinstinkt, konnten den 9:17-Halbzeitrückstand jedoch nicht verhindern.
In der zweiten Hälfte lief es bei den Aufbau-Frauen wesentlich besser. Die Zahl der Fehlwürfe nahm ab, und ein drohendes Debakel konnte abgewendet werden. Lena Lindemann, Laura Moosdorf, Jenniffer Vogel, Leni Kröber und Paula Böhme trafen. Zeitweise verkürzte Aufbau durch einen guten Lauf binnen einer Viertelstunde auf vier Tore Rückstand (20:24, 47. Minute).
Am Ende setzten sich die Wildcats mit 31:22 durch. Als Mankos erwiesen sich bei den Altenburgerinnen Abspielfehler und eine mangelnde Chancenverwertung. Auch bei den drei Strafwürfen wurden einige Möglichkeiten vergeben. Torfrau Gina Perkowski verhinderte mit gewohnt glänzenden Reaktionen jedoch Schlimmeres.
Die Aufbau-Abwehr bekam das Wildcats-Trio aus Zilinskas, Kopp und Kriesel nie richtig in den Griff. Lena Lindemanns verwandelter Siebenmeter in der 58. Minute sorgte für den 22. Treffer der Altenburgerinnen.
Moral und Einsatz stimmen beim Aufsteiger. Beides wird auch dringend benötigt, denn am Sonntag, dem 20. September, steht um 16:00 Uhr in Teuchern, in der Sporthalle Prittitz, gegen den HC Burgenland der nächste schwere Gegner an.
Tore SV Aufbau Altenburg: Büttner 7, Klöppel 5, Lindemann 4, Moosdorf 3, Kröber, Vogel, Böhme je 1 Tor
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