Ernte startet: Junihitze bringt Wintergerste früher – Bauern warnen zur Vorsicht - ABG-Net.de
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Ernte startet: Junihitze bringt Wintergerste früher – Bauern warnen zur Vorsicht | Ernte Wintergerste

Ernte Wintergerste (Foto: Christian Müller, Kriebitzsch)

Ernte startet: Junihitze bringt Wintergerste früher – Bauern warnen zur Vorsicht

Arbeit & Wirtschaft Pressemitteilungen
07.07.2026, 09:05 Uhr
Von: Kreisbauernverband Altenburg e.V.
Die Ernte im Altenburger Land startet früher als gewohnt: Die Junihitze hat besonders der Wintergerste vorzeitig zum Abreifen verholfen, während Raps und vor allem Weizen große Schäden befürchten lassen. Bauern und Bauernverband bitten in der Erntezeit zudem um besondere Vorsicht bei Feld, Wald und Flur.

Die Ernte beginnt – Junihitze sorgt für frühere Abreife

Normalerweise startet die Erntezeit im Altenburger Land Mitte Juli. In diesem Jahr jedoch hat die große Junihitze zu einer früheren Abreife erster Gerstebestände geführt. Wie der Thüringer Bauernverband bereits in der ersten Juliwoche mitteilte, könnten dadurch einzelne Arbeiten vorgezogen werden.

„Die Wintergerste wäre sowieso gekommen, das geht vielleicht ein paar Tage eher los“, sagt Denis Fischer, Vorstand der Kriebitzscher Agrargenossenschaft eG. Gleichzeitig hofft er, dass die Hitze die Pflanzen zwar vorzeitig reifen ließ, aber am Ende keine großen Auswirkungen auf die Ertragsbildung haben wird.

Sorgen beim Raps und vor allem beim Weizen

Während einige Kulturen durch den weiteren Verlauf profitieren könnten, sehen die Landwirte größere Probleme insbesondere bei Raps und Weizen. Fischer betont: „Vor allem aber für den Weizen. Der ist noch im Ertragsaufbau und am Hitzewochenende 27./28. Juni regelrecht verbrannt.“

Die Auswirkungen seien schnell sichtbar gewesen: Wenige Tage zuvor sei der Weizen noch grün gewesen, am 29. Juni habe nichts Grünes mehr zu sehen sein sollen. Die Ähren seien weiß geworden, Blätter hätten sich zusammengerollt, die Assimilationsfläche sei verloren gegangen. „Das hat sicher richtig Ertrag gekostet“, sagt Fischer besorgt. Welche Ertrags- und Qualitätseinbußen insgesamt entstehen, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Zwischenzeitlicher Regen stimmt zumindest für einige Kulturen optimistisch

Positiv stimmt der Regen Anfang Juli und in der Woche dazwischen. Vor allem Mais und Rüben hätten dadurch eine bessere Perspektive: „Die haben natürlich auch gelitten, aber sie profitieren vom Erntetermin im Herbst und haben noch Zeit.“

Ernteunterschiede zu vergangenen Jahren

Die Kriebitzscher Agrargenossenschaft gehört traditionell zu den ersten Betrieben im Altenburger Land, die mit der Weizenernte beginnen. „Wir haben sogenannte ‚Kippenflächen‘“, erklärt Fischer. Dabei handele es sich um Bereiche mit schlechterem Boden – ehemalige Tagebauflächen, die rekultiviert wurden. Dort sei das Wasserhaltevermögen geringer und die Wasserführung nicht so gegeben.

Üblicherweise sei der zeitliche Ablauf so: Die Gerste wird etwa Ende Juni/Anfang Juli gedroschen, anschließend folgt meist eine Pause von 10 bis 15 Tagen, bis der Weizen dran ist. Dieses Jahr sei das anders: „Doch dieses Jahr ist der Weizen viel früher als andere Jahre, weil er so verbrannt ist, ohne groß Ernteaufbau gemacht zu haben.“ Wenn die Wintergerste abgeschlossen ist und das Wetter passt, könne es daher sofort ohne Pause mit dem ersten Weizen weitergehen.

Vorsicht wegen Trockenheit: Appell an Bevölkerung

Hohe Temperaturen, trockene Bestände, Wind und die Erntetechnik können in Kombination ein erhöhtes Risiko darstellen. Der Thüringer Bauernverband appelliert daher an die Bevölkerung, sich in der Zeit der Ernte besonders umsichtig zu verhalten – in Feld, Wald und Flur.

Dennoch müsse man nicht nur an große Unfälle denken: „In der Regel achtet jeder normale Mensch sowieso darauf“, so Fischer. Dennoch erinnert er an grundlegende Verhaltensregeln: keine unbeaufsichtigten Zigaretten, keine Lagerfeuer – besonders in einer Phase, in der es lange trocken ist.

Wenn derartiges nicht vollständig abgelöscht werde und dann in unmittelbarer Nähe zu einem erntereifen Feld liege, könne das „enorme Schäden“ auslösen.

Landwirtschaft bittet um umsichtiges Verhalten während der Ernte

Auch die landwirtschaftlichen Unternehmen im Altenburger Land bitten in den kommenden Wochen erneut um Vorsicht: sowohl wegen der Landmaschinen auf den Straßen als auch weil abends mehr los sein wird. Die Ernte müsse in den nächsten Wochen bestmöglich eingebracht werden, damit die Versorgung gesichert bleibt und die Betriebe erhalten werden.

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