Thüringen unterstützt die Stadt Altenburg beim Aufbau eines neuen Industriegebiets am Standort Altenburg-Windischleuba. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John übergab heute in Altenburg den Förderbescheid für das erste Teilprojekt an Oberbürgermeister André Neumann. Damit erhalten Planungs- und Ingenieurleistungen sowie der Grunderwerb eine finanzielle Grundlage, um die Entwicklung des Standorts zielgerichtet voranzutreiben.
Für die erste Phase werden aus Mitteln des Bundes gut 4,9 Millionen Euro bereitgestellt. Die Förderung erfolgt auf Basis des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Zusätzlich übernimmt das Land Thüringen einen Finanzierungsanteil von knapp 440.000 Euro über die zuständige LEG Thüringen. Die Investitionskosten für die erste Etappe belaufen sich damit insgesamt auf rund 5,5 Millionen Euro.
„Die Entwicklung des Industriegebiets Altenburg-Windischleuba ist ein Leitprojekt zur Strukturstärkung des Altenburger Landes“, sagte Boos-John bei der Übergabe. Mit dem Förderbescheid würden die Grundlagen geschaffen, damit ein neuer, leistungsfähiger Industrie- und Gewerbestandort entstehen kann. Das sichere der Region langfristig bessere Chancen für Wachstum, Investitionen und Beschäftigung.
Das geplante Industriegebiet umfasst rund 69 Hektar am nordöstlichen Stadtrand von Altenburg. Der Standort ist besonders verkehrsgünstig gelegen: Er liegt unmittelbar an den Bundesstraßen B 93 und B 7 sowie am Knoten zur Landesstraße L 1355. Die A 72 Richtung Leipzig und Chemnitz ist etwa 15 Kilometer entfernt, die A 4 rund 20 Kilometer.
Auch wichtige Wirtschaftsräume Mitteldeutschlands sind gut erreichbar: Leipzig liegt circa 50 Kilometer entfernt, Gera etwa 35 Kilometer und Chemnitz ungefähr 55 Kilometer.
Aufgrund der zusammenhängenden Flächengröße, der günstigen Topografie und der Anbindung eignet sich Altenburg-Windischleuba besonders auch für größere gewerbliche und industrielle Ansiedlungen. Neue Flächen spielen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt eine zentrale Rolle.
Die vorhandenen Gewerbe- und Industriegebiete der Stadt sind bereits zu rund 80 Prozent belegt. Die verbliebenen Möglichkeiten sind überwiegend kleinteilig oder bereits konkret nachgefragt. Für sämtliche freien Flächen in den Gewerbegebieten Nord-Ost I bis III liegen laut Stadt bereits Anfragen vor, sodass größere industrielle Flächenanfragen derzeit kaum bedient werden können. Vor diesem Hintergrund hat das geplante Projekt eine hohe strategische Bedeutung.
Oberbürgermeister André Neumann betonte den Stellenwert des Vorhabens: Altenburg müsse wirtschaftlich „aufholen“ und benötige dafür neue Investitionen, neue Unternehmen und gute Arbeitsplätze. Gleichzeitig müssten auch bereits ansässige Betriebe bei Wachstum und Erweiterung passende Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. „Das Industriegebiet Altenburg-Windischleuba ist dabei eines unserer wichtigsten Zukunftsprojekte“, sagte Neumann.
Die Entwicklung des Industriegebiets erfolgt in mehreren Schritten. Nach Abschluss des ersten Teilabschnitts, der voraussichtlich bis zum Jahr 2030 dauert, soll in einem weiteren Schritt die eigentliche Erschließung des Gesamtgebiets folgen. Auch hierfür hat das Land bereits Unterstützung zugesagt. Für die Entwicklung des Standortes ist perspektivisch eine Förderung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen.
„Heute fällt der Startschuss für ein langfristig angelegtes Zukunftsprojekt“, so Boos-John. Zunächst würden die planerischen und flächenbezogenen Voraussetzungen geschaffen. Im nächsten Schritt soll dann die Erschließung erfolgen. Ziel sei ein moderner und nachhaltig nutzbarer Industrie- und Gewerbestandort, der die wirtschaftliche Basis des Altenburger Landes stärkt und neue Entwicklungsmöglichkeiten für die kommenden Jahrzehnte eröffnet.
Die Bundesmittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Mit den Strukturhilfen sollen ehemalige Braunkohleregionen dabei unterstützt werden, den wirtschaftlichen Strukturwandel zu gestalten und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
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