Bei grippalen Infekten und Atemwegserkrankungen können Hausmittel eine sanfte Alternative zu starken Medikamenten sein, empfiehlt Dr. Melanie Volkmer von der Knappschaft-Bahn-See.
In der dunklen und kalten Jahreszeit haben Erkältung und Grippe Hochkonjunktur. Die Erkrankung der oberen Atemwege kann mit Fieber einher gehen und massive gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen, weiß Gesundheitsexpertin Dr. Melanie Volkmer. Die gute Nachricht: Eine Erkältung verläuft überwiegend harmlos, während die durch Influenzaviren verursachte Grippe sogar lebensbedrohlich werden kann. Gefährdete Personen sollten sich dagegen in jedem Fall impfen lassen, rät die Leiterin des Sozialmedizinischen Dienstes der Knappschaft-Bahn-See in Bad Homburg. Gegen Erkältungsbakterien schützt keine Impfung. Dafür versprechen Vorsichtsmaßnahmen und Heilmittel Abhilfe oder Linderung.
Wen es erwischt hat, der verspricht sich oft von Eukalyptus oder Minze Linderung. Doch beide Heilpflanzen können an einer bereits wunden Schnupfnase schmerzen, weiß Allgemeinmedizinerin Volkmer. Ihr Tipp: Olivenöl wirkt antibakteriell und schmerzlindernd, ein Teelöffel davon in Tomatensaft einrühren. Auch eine ThymianKamilleninhalation hilft. „So werden die Schleimhäute befeuchtet, das Sekret kann abfließen und festsitzende Krusten lösen sich“, erläutert die Leiterin des Sozialmedizinischen Dienstes in Bad Homburg. Der heiße Dampf bekämpfe zudem wirksam die Schnupfenviren.
Auch gegen Husten ist so manches Kraut gewachsen, ergänzt die Expertin der Knappschaft-Bahn-See. Spitzwegerich gilt als eine der ältesten Heilpflanzen. „Einfach zwei Teelöffel getrockneten Spitzwegerich aus der Apotheke mit einem Viertelliter Wasser leicht köcheln, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und mit etwas Honig süßen“, rät die Gesundheitsexpertin der KNAPPSCHAFT.
Um das Immunsystem zu stärken, benötigt der Körper in der kalten Winterzeit viele Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Eisen, Calcium, Phosphor und Magnesium. Neben viel Trinken sind tägliche Spaziergänge sehr wichtig, damit der Körper Vitamin D bilden kann. Mangel an Sonnenlicht legt den Alltag vieler Menschen lahm. Folge: ein Stimmungstief aus Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit.
Bei Schnupfen greifen viele Menschen häufig zu Nasensprays oder Nasentropfen. Die Wirkung tritt unmittelbar ein: Die Nasenschleimhaut schwillt ab und man kann wieder frei atmen. Doch Vorsicht: „Nach einer Weile können solche Mittel einen gegenteiligen Effekt auslösen“, weiß Dr. Melanie Volkmer. „Die Schleimhaut der Nase schwillt eher wieder zu, es kommt zu einem vom Arzneimittel hervorgerufenen Schnupfen. Es kann sogar eine Nasenspray-Abhängigkeit entstehen“, warnt die Medizinerin. Die KNAPPSCHAFT rät, in Apotheken frei verkäufliche Nasensprays ohne ärztliche Anordnung nicht länger als fünf Tage anzuwenden.
„Um die Schwellung der Schleimhaut zu mildern und das Sekret zu lösen, können alternativ Salzlösungen benutzt werden“, empfiehlt Dr. Melanie Volkmer. Salzlösungen gibt es in Form von fertig zubereiteten Nasensprays. Man kann aber auch die Nase mit Salzwasser (6 Gramm Salz in 100 Milliliter Wasser) spülen beziehungsweise etwas Salz in heißem Wasser auflösen und den Dampf inhalieren.
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