Nur 3,5 Prozent aller Krankschreibungen dauern länger als sechs Wochen - verursachen aber fast 40 Prozent aller Fehltage. Eine Analyse der AOK PLUS zeigt, welche Erkrankungen dahinterstecken und wie Betroffene gezielt unterstützt werden können.
Langzeiterkrankungen sind für viele Beschäftigte eine enorme Belastung - oft über Monate hinweg. Dabei geht es für die Betroffenen nicht nur um die Rückkehr in den Job, sondern vor allem um den Erhalt ihrer Lebensqualität.
Besonders lange dauern Krankschreibungen bei schweren Erkrankungen: Krebserkrankungen führen im Schnitt zu 272 Fehltagen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu 212 und psychische Erkrankungen zu 208 Tagen. Am häufigsten sind jedoch Muskel- und Skeletterkrankungen der Auslöser für Langzeit-Krankschreibungen, gefolgt von psychischen Erkrankungen sowie Unfällen und Verletzungen. Besonders betroffen sind Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und in der Fahrzeugreparatur.
„Bei langwierigen Erkrankungen geht es für die Betroffenen nicht nur um die Rückkehr in den Job, sondern um Lebensqualität. Genau hier setzen wir als Gesundheitslotsin an und unterstützen gezielt in einer Phase, in der viele auf sich allein gestellt sind“, sagt Ilona Wojnowski, Vorständin der AOK PLUS. „Unser Ziel ist es, dass die Menschen mehr gesunde Jahre haben.“
Gezielte Unterstützung nach der Diagnose
Mit ihren Angeboten der sogenannten Sekundärprävention - also Unterstützung nach einer Diagnose - setzt die AOK PLUS genau dort an, wo der Unterstützungsbedarf besonders hoch ist. Ziel ist es, den Gesundheitszustand zu stabilisieren, Verschlechterungen zu vermeiden und einer Chronifizierung entgegenzuwirken.
Die AOK PLUS bietet dafür Programme in den Bereichen Rücken, Bewegung und Ernährung sowie individuelle Ernährungsberatung an. Neu ist das Angebot „Mental gesund“. Es richtet sich gezielt an Menschen in belastenden Lebenssituationen - etwa dann, wenn sie auf einen Therapieplatz warten oder frühzeitig Unterstützung benötigen. „Wir beobachten, dass viele Menschen Unterstützung brauchen, aber nicht sofort einen Therapieplatz bekommen. Diese Zeit darf nicht ungenutzt verstreichen“, so Wojnowski. „Mit ‚Mental gesund‘ bieten wir ein niedrigschwelliges Angebot, das unsere Versicherten in dieser Phase auffängt und stärkt.“
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine medizinische Bescheinigung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes. Eine Übersicht der teilnehmenden Partner der AOK PLUS gibt es auf der plus.aok.de unter dem Stichwort „Präventionskurse”.
Mehr Sicherheit bei wichtigen medizinischen Entscheidungen
„Gerade vor großen medizinischen Entscheidungen wünschen sich viele Men-schen eine zusätzliche Einschätzung. Diese Sicherheit wollen wir ihnen geben - schnell, verlässlich und gut verständlich“, sagt Wojnowski. Die Gesundheitskasse bietet ihren Versicherten daher über die gesetzlichen Ansprüche hinaus auch zusätzliche Zweitmeinungsverfahren an. Diese können unter anderem bei Eingriffen an Rücken, Hüfte oder Knie sowie bei Krebserkrankungen genutzt werden - digital und unkompliziert.
Bei geplanten Eingriffen an Hüfte, Knie oder Rücken kann das digitale Zweitmeinungsverfahren von DocRobin genutzt werden. Teilnehmende Fachärzte geben dabei zu hochgeladenen Behandlungsunterlagen eine Einschätzung ab. Bei Krebserkrankungen stehen Ober- und Chefärzte teilnehmender Krankenhäuser zur Verfügung, um eine zweite Einschätzung zu vorzunehmen. Weitere Informationen finden Interessierte unter plus.aok.de/zweitmeinung.
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