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GKV-Tag: Reformen brauchen Richtung und gemeinsame Verantwortung |

(Foto: Ronny Franke)

GKV-Tag: Reformen brauchen Richtung und gemeinsame Verantwortung

Gesundheit Pressemitteilungen
15.09.2026, 15:18 Uhr
Von: AOK PLUS – die Gesundheitskasse
AOK PLUS-Vorstandsvorsitzender Stefan Knupfer: Mehr gesunde Jahre müssen Teil der Antwort auf die Finanzierungsprobleme im Gesundheitswesen sein

Zum heutigen GKV-Tag fordert die AOK PLUS, den Reformkurs im Gesundheitswesen konsequent fortzusetzen und dabei stärker als bisher zu vermitteln, wohin die Veränderungen führen sollen. Nach Auffassung der Gesundheitskasse braucht es neben strukturellen Reformen einen Paradigmenwechsel: Gesundheitspolitik darf sich nicht darauf beschränken, Krankheit möglichst effizient zu behandeln, sondern muss stärker dazu beitragen, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten möglichst zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen. 

„Die Menschen spüren längst, dass unser Sozialstaat unter erheblichem Druck steht. Gesundheit, Pflege und Rente sind keine Fachthemen mehr, sondern Fragen der Daseinsvorsorge, die tief in den Alltag der Menschen hineinreichen. Auch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sollte uns deshalb aufmerksam machen: Die Verunsicherung ist groß. Politik muss die Probleme klar benennen und Reformen angehen. Sie muss den Menschen aber ebenso klar sagen, welches Ziel sie damit verfolgt und was sich für sie konkret verbessern soll“, sagt Dr. Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS.

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, mehr aber auch nicht. Grundlegende Strukturreformen könne es nicht ersetzen. Die Beitragsleistenden seien hier in Vorleistung gegangen. Entscheidend sei nun, dass Bund, Länder, Krankenkassen und Leistungserbringer gemeinsam Verantwortung übernähmen und notwendige Veränderungen nicht an Einzelinteressen scheiterten.

Reformen dürfen nicht an Einzelinteressen scheitern

Knupfer: „Unsere rund 3,5 Millionen Versicherten und ihre Arbeitgeber leisten jeden Monat einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung unseres Gesundheitswesens. Auch wir als AOK PLUS sind bereit, unseren Teil zu leisten und Veränderungen konstruktiv mitzugestalten. Das muss aber für alle gelten. Das Prinzip ,Wasch mich, aber mach mich nicht nass‘ funktioniert nicht länger. Wenn jede notwendige Veränderung am Widerstand einzelner Gruppen scheitert, verlieren die Menschen das Vertrauen in die Fähigkeit von Politik und Institutionen, Probleme tatsächlich zu lösen. Das gefährdet am Ende auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

In der ersten Bundestagsrede des neuen Bundesgesundheitsministers Carsten Linnemann sieht die AOK PLUS deshalb wichtige Signale. Linnemann hatte unter anderem eine solide Finanzierung angemahnt und erklärt, perspektivisch müssten die Beiträge sogar wieder sinken. Auffällig ist zugleich, dass Prävention in seiner Rede keine Rolle spielte.

Mehr gesunde Jahre als Teil der finanziellen Antwort

„Carsten Linnemann hat als Volkswirt einen zentralen Punkt richtig benannt: Dauerhaft steigende Beiträge sind weder für die Menschen noch für unsere Wirtschaft eine tragfähige Perspektive“, so Knupfer. „Wenn wir dieses Ziel ernst nehmen, dürfen wir allerdings nicht ausschließlich darüber sprechen, wie wir Krankheit effizienter behandeln. Wir müssen viel stärker darüber reden, wie Menschen möglichst lange gesund bleiben. Prävention, Früherkennung, gezielte Patientensteuerung und eine bessere Begleitung chronisch erkrankter Menschen sind keine Ergänzung zur Versorgung. Sie sind Teil der Lösung.“

Für die AOK PLUS bedeutet das einen Paradigmenwechsel hin zu mehr gesunden Jahren: Krankheiten möglichst verhindern, Risiken früh erkennen, Menschen gezielt durch die Versorgung führen und ihre Gesundheit auch bei bestehenden Erkrankungen möglichst lange stabilisieren.

Knupfer: „Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem muss beides leisten: Menschen im Krankheitsfall verlässlich versorgen und gleichzeitig alles dafür tun, dass Krankheit möglichst spät oder gar nicht entsteht. Mehr gesunde Jahre bedeuten mehr Lebensqualität für die Menschen – und sie sind zugleich ein entscheidender Ansatz, um unser Gesundheitssystem langfristig leistungsfähig und finanzierbar zu halten. Diesen Paradigmenwechsel sollten wir jetzt gemeinsam angehen.“ 

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