Die „Baustellenexkursion – Blaue Flut in neuem Gewand – Renaturierungen an den Rasephaser Wiesen“ findet am 30.08.2026 um 10:00 Uhr statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, den aktuellen Stand der Renaturierungsmaßnahmen an der Blauen Flut vor Ort kennenzulernen. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Die Blaue Flut nördlich von Altenburg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits um 1800 dokumentierte der Botaniker Carl Friedrich Waitz auf den Wiesen am Wolfenholz sowie bei Rasephas typische Pflanzen der nassen Auen – darunter die Sumpfdotterblume.
Mit der fortschreitenden Industrialisierung wandelte sich der Bach jedoch: Aus dem natürlichen Gewässer wurde mehr und mehr ein Abwasserkanal. Abwässer aus Textilfärbereien dürften wesentlich zu seinem Namen beigetragen haben – später entwickelte sich die Blaue Flut zum stinkenden Abwassergraben. Die Aue wurde weiter überbaut, und um 1900 entstand auf den Rasephaser Wiesen der hohe Bahndamm, der die Aue zerschnitt.
Ab den 1950er-Jahren erfolgten massive Bachbegradigungen, um das Abwasser schnell abzuleiten. Unterhalb der Kasernen wurden die Wiesen zudem von den dort stationierten sowjetischen Truppen genutzt.
Erst nach der politischen Wende verbesserte sich die Wasserqualität spürbar. Ein wichtiger Grund: Die Industrieproduktion in Altenburg brach zusammen. Zudem wurden die Hausabwässer der neuen zentralen Kläranlage bei Primmelwitz in die Blaue Flut eingeleitet. Bereits kurz nach der Wende schlug das Mauritianum in einem Gutachten vor, die Blaue Flut wieder in ihr ursprüngliches, mäandrierendes Bett zurückzuführen. Die Untere Naturschutzbehörde griff diese Idee auf.
Im Zuge des Baus der Umgehungsstraße wurde die Blaue Flut als Ausgleichsmaßnahme renaturiert und die Wiesen wiederhergestellt. In weiteren Förderprojekten, finanziert durch die EU und das Land, haben das Mauritianum beziehungsweise die Naturforschende Gesellschaft zusätzliche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Seit 2013 grast zudem eine kleine Herde Wasserbüffel auf den Wiesen – als naturnahes Pflegemanagement.
Auch der ehemals begradigte Teil der Blauen Flut ist heute Bestandteil eines weiteren Renaturierungsprojekts. Welche künftige Funktion der Abschnitt am alten Bahndamm haben soll und welche konkreten Maßnahmen dort umgesetzt wurden, erläutert die Naturforschende Gesellschaft im Rahmen der Baustellenexkursion.
Der Treffpunkt ist in Rasephas am nördlichen Ende des Bauernweges.
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