Die in Dresden wirkende Künstlerin Karen Kamiya wird mit dem Lindenau-Förderpreis 2026 ausgezeichnet. Die Jury würdigt insbesondere ihr handwerkliches Können und ihre Verbindung japanischer und europäischer Bildhauertraditionen.
Das Lindenau-Museum Altenburg verleiht 2026 zum dritten Mal den Lindenau-Förderpreis. Preisträgerin des Jahres ist die Künstlerin Karen Kamiya. Ihre Arbeiten sind derzeit gemeinsam mit sieben weiteren künstlerischen Positionen im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg zu sehen.
Insgesamt acht junge Kunstschaffende aus den Kunsthochschulen in Dresden, Halle, Leipzig und Weimar wurden für die Ausstellung ausgewählt. Präsentiert werden unter anderem Malereien, Skulpturen, Rauminstallationen und Videoarbeiten. Die Ausstellung „Lindenau-Förderpreis 2026“ ist noch bis zum 1. November 2026 geöffnet.
Karen Kamiya überzeugte die Jury durch ihr herausragendes handwerkliches Talent und ihre Fähigkeit, bildhauerische Traditionen über nationale und kulturelle Grenzen hinweg neu zu denken. In ihrer Begründung hebt die Jury besonders die Verbindung japanischer Bildkultur mit der europäischen Skulptur und der Performance hervor.
Japanische Gestaltungstraditionen, die von dekorativen Elementen und einem ausgeprägten Sinn für Gebrauchswert geprägt sind, bringt Kamiya mit europäischen Formen der Bildhauerei in einen spannungsreichen Dialog. Ihre aufwendig gearbeiteten und sinnlichen Objekte entstehen unter anderem aus Holz, Metall und Jeansstoff.
„Kamiya verleiht dem Material durch intensive und subtile, in jedem Fall erfindungsreiche Behandlung Anwesenheit und Bedeutung“, heißt es in der Jurybegründung. Ihre Arbeiten übertragen dabei auch digitale Erfahrungen zurück in die unmittelbar erfahrbare, greifbare Welt.
Zugleich greifen die Objekte gesellschaftspolitische Themen auf. Dazu gehören Fragen der Nachhaltigkeit und des globalen Warenverkehrs. Die Jury sieht in Kamiyas Arbeiten eine besondere Fähigkeit, Materialien nicht nur formal, sondern auch in ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung sichtbar zu machen. Im Betrachten ihrer Werke erlebe man sich selbst „als Staunende und Beschenkte“.
Vor ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studierte Karen Kamiya Bildhauerei an der Tama Art University in Tokio sowie an der Universität der Künste Berlin. Von 2018 bis 2023 absolvierte sie ihr Studium der Bildenden Kunst in Dresden. Anschließend war sie dort bis 2026 Meisterschülerin bei Prof. Alicja Kwade und Prof. Mandla Reuter.
Zu ihren bisherigen Ausstellungsprojekten zählen Präsentationen im Atelierhof Kreuzberg in Berlin 2023, in der Villa Grisebach in Berlin 2024 sowie im Kunsthaus am Fluss in Osaka 2025.
Für ihr künstlerisches Wirken erhielt Kamiya unter anderem das Stibet-Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, das Sächsische Landesstipendium für das Meisterschülerstudium sowie ein Auslandsstipendium der Yoshino Gypsum Art Foundation.
Die Arbeiten der Preisträgerin sind Teil der Ausstellung „Lindenau-Förderpreis 2026“, die das Lindenau-Museum Altenburg im Prinzenpalais des Residenzschlosses zeigt. Neben Karen Kamiya sind Ronny Aviram, Buba Beboshvili, Lorin Brockhaus, Dania González Sanabria, Martin Nielebock, Annelene Schreikrampf und Gesa Wagner vertreten.
Der Lindenau-Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung knüpft das Lindenau-Museum an die Ideale seines Gründers Bernhard August von Lindenau an, der junge Künstlerinnen und Künstler nachhaltig fördern wollte.
Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der Zugang zu den Ausstellungsräumen im Prinzenpalais ist nicht barrierefrei.
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