Kommunale Vertreter und Bäderverantwortliche haben im Thüringer Landtag für eine dauerhafte Unterstützung der Hallenbäder geworben. Nach einer zweistündigen Anhörung wird das Anliegen der Initiative „Bäder in Not“ nun an den zuständigen Fachausschuss überwiesen.
Die Zukunft der Thüringer Hallenbäder ist erneut Gegenstand der politischen Debatte. Am Dienstag, 1. September 2026, fand im Thüringer Landtag eine öffentliche Anhörung des Petitionsausschusses zur angespannten Lage der kommunalen Bäder statt.
Eine Delegation aus Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bäderbetrieben machte dabei auf die schwierige finanzielle Situation aufmerksam und warb für eine dauerhafte Unterstützung durch das Land. Grundlage der Anhörung waren 22.776 Unterschriften, die im Rahmen der landesweiten Petition der Initiative „Bäder in Not“ gesammelt worden waren.
In dem rund zweistündigen Austausch mit den Landtagsabgeordneten ging es insbesondere um konkrete Wege zur langfristigen Sicherung der 40 kommunalen Hallenbäder im Freistaat. Nach Einschätzung der kommunalen Vertreter wurde dabei deutlich, dass sich die Debatte zunehmend von der grundsätzlichen Frage nach dem Erhalt der Bäder hin zu konkreten Finanzierungs- und Strukturmodellen bewegt.
„Wir konnten uns gestern im Petitionsausschuss nachhaltig Gehör verschaffen. Nach meinem Empfinden haben wir gestern nicht mehr über das Ob, sondern ganz konkret über das Wie gesprochen“, erklärte Sven Schrade, Bürgermeister der Stadt Schmölln. Der intensive Austausch habe gezeigt, dass die Abgeordneten den dringenden Handlungsbedarf erkannt hätten. Nun müsse es darum gehen, verlässliche Instrumente für die Finanzierung zu schaffen.
Die Thüringer Hallenbäder sind ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Jährlich verzeichnen sie rund 5,2 Millionen Besuche. Etwa 40.000 Kinder lernen dort pro Jahr das Schwimmen. Darüber hinaus nutzen mehr als 100.000 Menschen die Bäder für Gesundheitskurse und Reha-Angebote.
Gleichzeitig stehen die Standortkommunen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Deutlich gestiegene Betriebs- und Energiekosten führen zu Fehlbeträgen, die viele Kommunen kaum noch aus eigener Kraft auffangen können. Der durchschnittliche jährliche Zuschussbedarf pro Bad hat sich nach Angaben der Initiative innerhalb der vergangenen 15 Jahre mehr als verdoppelt.
Die Initiative „Bäder in Not“ verbindet ihre Petition mit drei zentralen Forderungen an die Landespolitik:
Dass der Petitionsausschuss das Anliegen an den zuständigen Fachausschuss überwiesen hat, werten die Kommunalvertreter als wichtiges Signal. Im weiteren Verfahren sollen nun praxistaugliche Lösungen entwickelt werden. Im Gespräch sind unter anderem Anpassungen im Kommunalen Finanzausgleich sowie die Einrichtung eines Sonderfonds.
Ziel der Initiative und der beteiligten Kommunen ist es, die Finanzierung der Hallenbäder dauerhaft abzusichern und weitere Schließungen aus finanziellen Gründen zu verhindern.
An der Anhörung nahmen seitens der Initiative und der Kommunen teil:
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