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Gestartet mit Zoff um Kläranlage | Staatssekretär Torsten Weil (M.) übergibt den Demografiepreis an den Zürchauer Voreinsvorsitzenden Anthony Lowe

Staatssekretär Torsten Weil (M.) übergibt den Demografiepreis an den Zürchauer Voreinsvorsitzenden Anthony Lowe (Foto: Petra Lowe)

Gestartet mit Zoff um Kläranlage

Politik Pressemitteilungen
13.10.2023, 10:47 Uhr
Von: Petra Lowe
Staatssekretär übergibt Demografiepreis an Zürchauer und erfährt vom Kampf der Ehrenamtler

Aus 45 Bewerbungen habe man auswählen können, sagte Staatssekretär Torsten Weil (Linke) vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und verursachte einiges Erstaunen bei den Zürchauern, denen er den dritten Preis im diesjährigen Demografie-Wettbewerb übergab. Am Mittwochnachmittag (12.10.) brachte Weil das damit verbundene Preisgeld von 5000 Euro für den Dorf- und Verschönerungsverein Zürchau in das 134-Seelen-Dorf im Altenburger Land mit. Interessante Projekte aus ganz Thüringen hätten sich um den begehrten Preis beworben, berichtete Weil. Die besten 15 seien von einer Jury ausgewählt worden und kamen ins Online-Voting. Keine leichte Aufgabe für ein kleines Dorf, so viele Stimmen zu sammeln, dass es dann auch noch für den dritten Platz reicht. Der Abstimmungs-Begeisterung der Zürchauer, den sozialen Medien, Verwandt- und Bekanntschaften und verteilten Ansichtskarten sei Dank, schaffte es der Verein. Verwendet werden soll das Preisgeld nun für Lagermöglichkeiten und andere Wünsche wie eine Tischtennisplatte, über die die Mitgliederversammlung abstimmen wird.

Mit seinem Besuch wollte Weil das preisgekrönte Projekt selbst unter die Lupe nehmen. Der Rundgang startete am Ort der Sammelgrube – und damit der Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Zweckverband Altenburger Land (ZAL). Zürchau hat sich durchgesetzt gegen eine ursprünglich geforderte und völlig ungeeignete biologische Kläranlage. Es war der Start in die Geschichte vom Kampf um ein künftig für das Dorf nutzbares Haus mit Toilette, einer Veranstaltungswiese, Dorfbücherei, Lese- und Spielesalon. Mit Stolz zeigte der Vorstand das Erreichte - in jeder Ecke des Areals zwischen Kirche und Dorfteich.
 

Regionalförderung aus Leader-Programm kritisiert

Der Mittwochnachmittag gehörte jedoch nicht nur dem Gast aus Erfurt. An einer reich gedeckten Kaffeetafel konnte man sich gemeinsam freuen – und reden. So über die Schwierigkeiten, die ein Ehrenamt hat, wenn es die Dinge selbst in die Hand nehmen will. Vereinsvorsitzender Anthony Lowe berichtete von dem Ansinnen, den Umbau des alten Feuerwehrhauses zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit behindertengerechtem Toilettenanbau durch die Vereinsmitglieder selbst zu stemmen. „Wir haben Angebote eingeholt, wollten Geld nur für das Material aus dem Leader-Programm, das sich ja der regionalen Förderung verschrieben hat. Sie können sich vorstellen, wie enttäuscht wir waren, dass die Förderung nur möglich ist, wenn professionelle Firmen eingeschaltet sind und die Bausumme große Höhen erreicht“, sagte Lowe an den Staatssekretär gerichtet.  Für die Vereinsmitglieder sei das „ein Unding“.
 

Mühsamer Weg der Quellenerschließung

Zum Glück aber habe es noch andere Möglichkeiten der Finanzierungshilfen gegeben, wie Spenden, Lottomittel und Wettbewerbe. „Und wir haben gekämpft um jeden Euro. Doch ohne die Arbeit der Baubrigade aus Zürchauer Handwerkern wäre es niemals gelungen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Staatssekretär Weil und Olaf Zucht, Chef der Serviceagentur Demografischer Wandel im Ministerium, versprachen, die Fördersituation genauer anzuschauen. Der Dorf- und Verschönerungsverein Zürchau hatte letztlich fast 20.000 Euro zusammengetragen, um das neue Dorfgemeinschaftshaus zu schaffen. In der Mitte des Dorfes ist nun ein Veranstaltungsareal entstanden, auf dem Angebote für eine wachsende Gemeinschaft, für ein gutes Zusammenleben machbar sind. Ein Landkino ist zum Kindertag eingeweiht worden, Spieleabende, Frühschoppen, Lesungen haben ihren Platz. „Dort, wo es schön ist, wo das Dorf lebendig ist, bleiben die Menschen“ – ein Credo der Zürchauer, das dem demografischen Wandel hierzulande trotzen kann.

Insofern reiht sich der Dorf- und Verschönerungsverein Zürchau in die Liste der Preisträger des Thüringer Demografiepreises 2023 ein, wie dem Sieger Förderverein Spittel Großengottern und seiner Rettung des Spitalstifts „St. Andreas“ als Natur- und Kulturerbe im ländlichen Raum, und dem Zweitplatzierten, BUKS-Verein Schmalkalden für eine bunte Kultur im Ort.

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