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Natur erobert sich die Halde Drosen zurück: Artenvielfalt nach Uranbergbau | V.r.n.l.: Biologe Hartmut Sänger sowie Thomas Neidhardt und Birgit Seiler (untere Naturschutzbehörde) auf Streifzug über die ehemalige Halde Drosen.

V.r.n.l.: Biologe Hartmut Sänger sowie Thomas Neidhardt und Birgit Seiler (untere Naturschutzbehörde) auf Streifzug über die ehemalige Halde Drosen. (Foto: Landratsamt Altenburger Land)

Natur erobert sich die Halde Drosen zurück: Artenvielfalt nach Uranbergbau

Pressemitteilungen
09.02.2026, 13:23 Uhr
Von: Jana Fuchs, Öffentlichkeitsarbeit Landratsamt Altenburger Land
Naturschutz im Altenburger Land: Nachhaltige Entwicklung der Halde Drosen

Schmölln/Löbichau. Nach drei Jahrzehnten ohne Uranbergbau hat sich die Natur auf dem 30 Hektar großen Areal des ehemaligen Bergbaugeländes Drosen nahe Löbichau eindrucksvoll zurückerobert. Derzeit befindet sich das Gebiet im Winterschlaf, mit Pflanzen, die ihre Energie in Zwiebeln und Knollen zurückziehen, und Tieren, die Schutz in Totholz und Erdhöhlen suchen. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wird die Biodiversität erneut erwachen, denn die Gegend ist ein wahres botanisches Juwel mit einer großen Artenvielfalt.

Wissenschaftliche Bestätigung der Artenvielfalt

Im Sommer 2024 beauftragte der Fachdienst Natur- und Umweltschutz des Landratsamtes das BIOS-Büro für Umweltgutachten mit einer floristischen Kartierung. Biologe Hartmut Sänger legte im Herbst 2025 eine umfassende Expertise vor, die 372 nachgewiesene Pflanzenarten sowie einen hohen Anteil an bestandsgefährdeten und geschützten Arten dokumentierte. Zu den bemerkenswerten Arten zählen die Gewöhnliche Grasnelke, Pracht-Nelke und viele mehr.

Kritische Beobachtungen zur Pflanzenvielfalt

Sänger und die Leiterin der unteren Naturschutzbehörde, Birgit Seiler, äußerten Bedenken hinsichtlich des Ansäens bestimmter Arten, die möglicherweise bewusst zugeführt wurden. Diese Praxis könnte die natürliche Sukzession verfälschen.

Zukünftige Maßnahmen und Schutz des Gebiets

Für die zukünftige Entwicklung des Geländes empfiehlt Sänger regelmäßige Pflegearbeiten, insbesondere die Entfernung aufkommender Gehölze und die Sicherstellung, dass vorhandene Tümpel ganzjährig Wasser führen. Die Beweidung sollte diversifiziert werden, um die Flächen optimal zu halten.

Um den Schutz des Areals zu gewährleisten, plant die untere Naturschutzbehörde die Einleitung eines Verfahrens zur Unterschutzstellung nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Dies wird die Schutzziele und das Pflegemanagement formal festlegen.

Historischer Kontext und Naturschutz

Die Halde Drosen wurde 1965 als Uranlagerstätte entdeckt und bis 1991 abgebaut. Die Nachsorgearbeiten wurden von der WISMUT GmbH geleitet, um das Gebiet zu sanieren und zu rekultivieren. Heute ist das Areal im Besitz des Landkreises, der Gemeinde Löbichau und des NABU-Kreisverbandes Altenburg, und die Region wird durch extensive Beweidung zu einem wertvollen Naturschutzgebiet entwickelt.
 

Frühlings-Adonisröschen. (Foto: Hartmut Sänger)

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