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Kühlen mit der Wärmepumpe: Darauf müssen Sie achten | Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung

Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung (Foto: Ronny Franke)

Kühlen mit der Wärmepumpe: Darauf müssen Sie achten

Ratgeber Pressemitteilungen
28.05.2026, 12:16 Uhr
Von: Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Der Einbau von Wärmepumpen ist im Neubau inzwischen Standard und auch für sehr viele Bestandsgebäude eine zukunftsfähige Lösung. Weniger bekannt ist, dass Wärmepumpen nicht nur heizen, sondern im Sommer auch zur Kühlung des Hauses beitragen können. 

Die Verbraucherzentrale Thüringen gibt einen Überblick über die verschiedenen Funktionsweisen beim Kühlen und Heizen mit einer Wärmepumpe.

Für die Energiebilanz und die Kosten einer Wärmepumpe ist der Heizbetrieb in der Regel entscheidender als der Kühlbetrieb. „Aus diesem Grund sollten keine Abstriche bei einer möglichst hohen Jahresarbeitszahl gemacht werden“, rät Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. Die Jahresarbeitszahl ist das Verhältnis von erzeugter Heizwärme zu eingesetztem Strom.

Unterschiedliche Möglichkeiten der Kühlung

Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist konzeptionell ein Klimagerät, also dafür ausgelegt, die Luft im Wohnraum zu kühlen und die Wärme an die Außenluft abzugeben. Wird dieser Prozess umgekehrt, wird der Außenluft Wärme entzogen und damit die Raumluft erwärmt.

Ursprünglich handelt es sich also um ein „Klimagerät mit Heizfunktion“. Diese Systeme sind jedoch nicht mit Heizkörpern und einem Wasserkreislauf verbunden. „Luft-Luft-Wärmepumpen sind zwar günstiger in der Anschaffung, benötigen aber eine separate Warmwasserbereitung und können einen störenden Luftzug und Geräusche verursachen“, sagt die Expertin.

Kühlen mit der Wärmepumpe: Was möglich ist

Wärmepumpensysteme, die Wärme an einen Wasser-Heizkreis abgeben, sind dagegen als Heizsysteme konzipiert. Sie unterscheiden sich einerseits durch die angezapfte Wärmequelle, also Grundwasser, Erdreich oder Außenluft. Zum anderen unterscheiden sie sich in der Art der Wärmeverteilung im Haus: durch Heizkörper, durch Flächenheizungen oder durch eine Kombination aus beiden Typen. Flächenheizungen sind meist Fußbodenheizungen, manchmal aber auch Decken- oder Wandheizungen.

Unter bestimmten Bedingungen können diese Systeme im Sommer auch kühlen. Bisher spielt das noch keine große Rolle. „Es ist aber absehbar, dass mit steigenden Sommertemperaturen der Kühlbedarf zunehmen wird“, so Ramona Ballod.

Wärmepumpe statt mobiles Klimagerät

Gegenüber einem mobilen Klimagerät an der Steckdose kann das Kühlen mit einer bereits vorhandenen Wärmepumpenheizung zusätzliche Investitionen, Platz und Betriebskosten in erheblichem Maße einsparen. Aber: Wasserbasierte Wärmepumpen-Systeme, die eine Kühlfunktion übernehmen sollen, müssen von Herstellern und Installateuren darauf vorbereitet sein.

Weniger geeignet für den Kühlbetrieb sind Systeme mit Heizkörpern, die aufgrund ihrer geringen Oberfläche kaum Kühlleistung erbringen können und deren Thermostate auch nicht für den Kühlbetrieb ausgelegt sind. Eine Sonderrolle nehmen hier Systeme ein, die mit Ventilatoren Luft zwischen den Heizplatten fördern.

Effiziente Kühlung mit wenig Strom

Bei den Betriebskosten liegen Grundwasser- und Erdreichwärmepumpen deutlich vorn. Sie eignen sich zur passiven Kühlung, indem sie die niedrigen Temperaturen ihrer Wärmequellen direkt den Heizflächen zur Verfügung stellen. „Der Clou dabei ist, dass der Verdichter der Wärmepumpe nicht laufen muss, sondern lediglich Umwälzpumpen. Das spart viel Strom. Die Raumluft kühlt sich dennoch an den großen Flächen des kühleren Fußbodens oder der gekühlten Wände und Decken ab“, erklärt Ramona Ballod.

Kostenfallen vermeiden mit dem Wärmepumpen-Angebots-Check

Gerade weil Wärmepumpen nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch teuer sind, lohnt sich bei der Auswahl ein genauer Blick. Die Verbraucherzentrale analysiert und vergleicht auf Wunsch Angebote von Fachfirmen für den Einbau von Wärmepumpen. Dabei prüft sie sowohl die angebotenen Geräte und Komponenten als auch die erforderlichen Leistungen für Montage und Planung. Mehr Infos zum kostenfreien Check von Wärmepumpen-Angeboten gibt es unter www.vzth.de/wp-check.

Individuelle Fragen zu den Themen Heizen und Kühlen im Eigenheim beantworten die Energieberater:innen der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der Telefonnummer 0800 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden.

Veranstaltungstipps:

Online-Vortrag zum Thema Kühlen mit der Wärmepumpe:

Montag, 01.06., 19-20 Uhr, Anmeldung über:
verbraucherzentrale-energieberatung.de/veranstaltung

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen ist unterwegs:

von Freitag, 29.5. bis Sonntag, 31.5. auf der Saale-Orla-Schau in Pößneck

am Samstag, 30.5. beim Jenaer Umwelttag

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

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