Rente dem „Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 30 Bauarbeiter im Altenburger Land sind über 63 - ABG-Net.de
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Rente dem „Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 30 Bauarbeiter im Altenburger Land sind über 63 | Auf Dauer nicht zu machen: das Schleppen von Säcken. Gerade Ältere stoßen bei schwerer körperlicher Arbeit wie auf dem Bau an ihre Grenzen. Deshalb soll es für alle, die hart arbeiten, eine „Flexi-Rente“ geben – eine Art „Expresszugang in den Ruhestand“, fordert Ralf Eckardt von der IG BAU Thüringen. Außerdem appelliert er an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich gegen die Abschaffung der Rente mit 63 stark zu machen. Und auch beim Rentenniveau fordert die IG BAU Thüringen eine Haltelinie bei zunächst 48 Prozent. Die Zielmarke müsse künftig allerdings wieder bei mindestens 53 Prozent liegen.

Auf Dauer nicht zu machen: das Schleppen von Säcken. Gerade Ältere stoßen bei schwerer körperlicher Arbeit wie auf dem Bau an ihre Grenzen. Deshalb soll es für alle, die hart arbeiten, eine „Flexi-Rente“ geben – eine Art „Expresszugang in den Ruhestand“, fordert Ralf Eckardt von der IG BAU Thüringen. Außerdem appelliert er an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich gegen die Abschaffung der Rente mit 63 stark zu machen. Und auch beim Rentenniveau fordert die IG BAU Thüringen eine Haltelinie bei zunächst 48 Prozent. Die Zielmarke müsse künftig allerdings wieder bei mindestens 53 Prozent liegen. (Foto: IG BAU | Alireza Khalili)

Rente dem „Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 30 Bauarbeiter im Altenburger Land sind über 63

Arbeit & Wirtschaft Pressemitteilungen
09.07.2026, 10:26 Uhr
Von: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Bezirksverband Thüringen
Heimische Bundestagsabgeordnete sollen „Renten-Rückgrat“ zeigen

Wenn der Job längst zu hart und die Rente noch zu weit weg ist: Von den rund 830 Bauarbeitern im Landkreis Altenburger Land sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 30 Beschäftigte älter als 63 Jahre. „Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Ralf Eckardt von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Der Vorsitzende der IG BAU Thüringen sieht dabei eine kritische Altersgrenze: „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Ralf Eckardt. 

Für die IG BAU Thüringen ist klar: „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance“, so Ralf Eckardt. Der Gewerkschafter kritisiert damit die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. „Was dabei fehlt, ist die Flexi-Rente. Also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind. Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Ralf Eckardt und fordert für die Betroffenen einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“. 

Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung, den Garten- und Landschaftsbau. An die heimischen Bundestagsabgeordneten im Altenburger Land und der Region appelliert die IG BAU Thüringen, „Renten-Rückgrat“ zu zeigen und die Pläne der Bundesregierung „dringend zu korrigieren“. Andernfalls würden viele Berufe, in denen hart gearbeitet werde, mehr und mehr an Attraktivität verlieren. 

Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Ralf Eckardt. Betroffen davon seien viele: Im Landkreis Altenburger Land gibt es 14.900 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden, so die IG BAU Thüringen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts. 

Der Chef der IG BAU Thüringen warnt, die geburtenstarken Jahrgänge nicht zu enttäuschen: „Immerhin haben viele Boomer ihre Beitragsjahre für die Rente voll. Sie haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und damit eine enorm lange Zeit ihres Lebens gearbeitet. Ihnen jetzt – gewissermaßen kurz vor knapp – die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das geht nicht. Das kostet politisches Vertrauen – und Vertrauen in den Staat“, ist Ralf Eckardt überzeugt. 

Im Fokus der Kritik der IG BAU Thüringen steht auch das Rentenniveau. Dabei gehe es um einen weiteren wichtigen Punkt von den 33 Vorschlägen, den die Rentenkommission vorgelegt hat: Es fehle eine garantierte Haltelinie beim Rentenniveau. Hierauf baue vor allem die kommende Rentner-Generation: „Der Staat darf den Baby-Boomern ab 2031 kein Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent zumuten. Auch hier muss die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache“, so Ralf Eckardt. 

Die Bundesregierung müsse dringend klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe – auch nicht beim Übergang zur kapitalgedeckten Zusatzrente. „Grundsätzlich muss das Rentenniveau dann schnell wieder auf mindestens 53 Prozent kommen“, sagt IG BAU-Bezirkschef Ralf Eckardt. Auch hierfür sollen sich, so die Forderung der IG BAU Thüringen, die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin jetzt stark machen. 

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