Anlässlich des 100. Geburtstages des bedeutenden Künstlers Gerhard Altenbourg zeigt das Lindenau-Museum Altenburg die Sonderausstellung „Der fantastische Gerhard Altenbourg“. Die Ausstellung ist vom 12. Mai bis 16. August 2026 im Prinzenpalais des Residenzschloss Altenburg zu sehen.
Die Schau würdigt einen der bedeutendsten deutschen Grafiker und Raumgestalter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und bietet einen umfassenden Einblick in sein vielseitiges Werk.
Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt durch das Schaffen Altenbourgs – von Zeichnungen und Druckgrafiken bis hin zu Metallarbeiten. Im Mittelpunkt stehen seine einzigartigen fantastischen Darstellungen: groteske Figuren, Traumwesen und surreale Landschaften, die sich zwischen Abstraktion und Figuration bewegen.
In thematischen Bereichen widmet sich die Ausstellung unter anderem:
Altenbourgs Werke zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Detailtiefe aus. Feinste Linien und Farbschichten erzeugen ein charakteristisches „Flimmern“, das seine Arbeiten lebendig wirken lässt.
Die Bildwelt Altenbourgs ist geprägt von Themen wie Isolation, Verletzlichkeit und menschlicher Beziehung. Figuren treten miteinander in Kontakt, stehen sich gegenüber oder entfernen sich voneinander – leise und eindringlich zugleich.
Seine Landschaften, inspiriert von geologischen Formen, symbolisieren Zeit, Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Gleichzeitig eröffnen sie neue Perspektiven auf Natur und menschliches Handeln.
Gerhard Altenbourg arbeitete oft über Wochen oder Monate an einem Werk. Dabei legte er Schicht um Schicht übereinander und ließ bewusst Raum für Zufall und Entwicklung im künstlerischen Prozess.
Seine Arbeiten entstanden überwiegend im Atelier seines Hauses in Altenburg und waren geprägt von Akribie, Meditation und einer fast spirituellen Hingabe. Altenbourg selbst beschrieb diesen Zustand mit den Worten: „Wenn ich zeichne, trete ich aus der Zeit heraus.“
Geboren 1926 in Thüringen, entwickelte Altenbourg früh eine eigenständige künstlerische Sprache. Trotz internationaler Anerkennung – unter anderem durch Teilnahmen an der documenta 2 – wurde er in der DDR-Kulturpolitik immer wieder eingeschränkt.
Dennoch blieb er seinem Stil treu und schuf ein Werk, das sich bewusst von zeitgenössischen Strömungen abgrenzte und bis heute fasziniert.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet, darunter:
Ein besonderes Highlight ist der Schaufenster-Spaziergang „Altenburg entdeckt Altenbourg“, der Kunstwerke im öffentlichen Raum der Altenburg erlebbar macht.
Die Ausstellung „Der fantastische Gerhard Altenbourg“ eröffnet neue Perspektiven auf das Werk eines außergewöhnlichen Künstlers. Sie lädt dazu ein, in eine poetische, vielschichtige Bildwelt einzutauchen – fernab von Schnelllebigkeit und visueller Reizüberflutung.
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