Anzeige
Klinikum 3
Kühlen mit der Wärmepumpe: Darauf müssen Sie achten | Verbraucherzentral Thüringen

Verbraucherzentral Thüringen (Foto: Ronny Franke)

Kühlen mit der Wärmepumpe: Darauf müssen Sie achten

Ratgeber Pressemitteilungen
15.06.2024, 11:04 Uhr
Von: Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Der Einbau von Wärmepumpen ist im Neubau inzwischen Standard und auch für sehr viele Bestandsgebäude eine zukunftsfähige Lösung.

Weniger bekannt ist, dass Wärmepumpen nicht nur heizen, sondern oft auch eine sommerliche Kühlung sicherstellen können. Die Verbraucherzentrale Thüringen gibt einen Überblick über die verschiedenen Funktionsweisen beim Kühlen und Heizen mit einer Wärmepumpe.

Für die Energiebilanz und die Kosten einer Wärmepumpe ist der Heizbetrieb in der Regel entscheidender als der Kühlbetrieb. „Deshalb sollten keine Abstriche bei einer möglichst hohen Jahresarbeitszahl gemacht werden“, rät Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. Die Jahresarbeitszahl ist das Verhältnis von erzeugter Heizwärme zu eingesetztem Strom.

Unterschiedliche Möglichkeiten der Kühlung

Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist konzeptionell ein Klimagerät, also dafür ausgelegt, die Luft im Wohnraum zu kühlen und die Wärme an die Außenluft abzugeben. Wird dieser Prozess umgekehrt, wird der Außenluft Wärme entzogen und damit die Raumluft erwärmt.

Ursprünglich handelt es sich also um ein „Klimagerät mit Heizfunktion“. Diese Systeme sind jedoch nicht mit Heizkörpern und einem Wasserkreislauf verbunden. „Sie sind zwar günstiger in der Anschaffung, benötigen aber eine separate Warmwasserbereitung und können Zugerscheinungen und Geräusche verursachen“, sagt die Expertin.

Wärmepumpensysteme, die Wärme an einen Wasser-Heizkreis abgeben, sind dagegen als Heizsysteme konzipiert. Sie unterscheiden sich einerseits durch die angezapfte Wärmequelle, also Grundwasser, Erdreich oder Außenluft. Zum anderen unterscheiden sie sich in der Art der Wärmeverteilung im Haus: durch Heizkörper, durch Flächenheizungen oder durch eine Kombination aus beiden Typen. Flächenheizungen sind meist Fußbodenheizungen, manchmal aber auch Decken- oder Wandheizungen.

Unter bestimmten Bedingungen können diese Systeme im Sommer auch kühlen. Bisher spielt das noch keine große Rolle. „Es ist aber absehbar, dass mit steigenden Sommertemperaturen der Kühlbedarf zunehmen wird“, so Ramona Ballod.

Gegenüber einem Klimagerät an der Steckdose kann das Kühlen mit einer bereits vorhandenen Wärmepumpenheizung dann zusätzliche Investitionen, Platz und Betriebskosten in erheblichem Maße einsparen. Aber: Wasserbasierte Wärmepumpen-Systeme, die eine Kühlfunktion übernehmen sollen, müssen von Herstellern und Installateuren darauf vorbereitet sein.

Weniger geeignet für den Kühlbetrieb sind Systeme mit Heizkörpern, die aufgrund ihrer geringen Oberfläche kaum Kühlleistung erbringen können und deren Thermostate auch nicht für den Kühlbetrieb ausgelegt sind. Eine Sonderrolle nehmen hier Systeme ein, die mit Ventilatoren Luft zwischen den Heizplatten fördern.

… und unterschiedliche Betriebskosten

Bei den Betriebskosten liegen Grundwasser- und Erdreichwärmepumpen deutlich vorn. Sie eignen sich zur passiven Kühlung, indem sie die niedrigen Temperaturen ihrer Wärmequellen direkt den Heizflächen zur Verfügung stellen. „Der Clou dabei ist, dass der Verdichter der Wärmepumpe nicht laufen muss, sondern lediglich Umwälzpumpen. Das spart viel Strom. Die Raumluft kühlt sich dennoch an den großen Flächen des kühleren Fußbodens oder der gekühlten Wände und Decken ab“, erklärt Ramona Ballod.

Bei den inzwischen mit Abstand am häufigsten eingesetzten Systemen, den Außenluft-Wasser-Wärmepumpen, kann nur aktiv gekühlt werden, also bei laufendem Verdichter. Und dies auch nur dann, wenn der Kühlkreislauf des Geräts umkehrbar ist. Die Kälteleistung ist damit gegenüber der passiven Kühlung höher und besser regelbar, der Stromverbrauch steigt jedoch deutlich an.

Beim Kühlen mit Heizungswärmepumpen mit Wasserverteilung ist in jedem Falle eine Taupunktüberwachung durch die Wärmepumpenregelung erforderlich. Denn bei allen Anlagen mit Kühlfunktion besteht die Gefahr der Kondensation, wenn sich Luftfeuchtigkeit an den kalten Oberflächen niederschlägt.

Besonders problematisch sind Anlagen mit aktiver Kühlung. Bildet sich hier über längere Zeit Tauwasser, kann dies zu Schimmelpilzproblemen und Bauschäden führen. Taupunktwächter sorgen dafür, dass die Vorlauftemperatur des Heizsystems im Kühlbetrieb so hoch ist, dass der zulässige Taupunkt nicht unterschritten wird und die Raumluftfeuchte nicht auf dem Fußboden kondensiert.

Weitere Fragen zu den Themen Heizen und Kühlen im Eigenheim beantworten die Energieberater:innen der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der Telefonnummer 0800 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden.

 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

Kommentare

CAPTCHA CAPTCHA
ALTENBURGER LAND AKTUELL +++ Schmitz Feuerwehrtechnik erweitert Service-Bereich in Nobitz +++ XXL-Spielfest im Park am Großen Teich in Altenburg +++ Rückblick „Yosephinum on Tour“ - Viel positives Feedback +++ 3. Nachtlauf am 16. August in Altenburg +++ 12. August Horch Klassik fährt nach Altenburg +++