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Hitzespitzen vermeiden: So gelingt Wärmeschutz bei Gebäuden | Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung

Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung (Foto: Ronny Franke)

Hitzespitzen vermeiden: So gelingt Wärmeschutz bei Gebäuden

Ratgeber Pressemitteilungen
01.06.2024, 11:21 Uhr
Von: Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Wetterextreme nehmen zu und sommerliche Temperaturen über 35 Grad Celsius sind keine Seltenheit mehr. Überhitzte Innenräume sind die Folge. Abhilfe schafft ein vorausschauender Wärmeschutz. Er ist die bessere Alternative zu stromfressenden Klimaanlagen, sagt die Verbraucherzentrale Thüringen.

Sonnenschutz fürs Dachgeschoss 

In vielen Dachgeschossen wird es besonders heiß. Ursachen sind viel direkte Sonneneinstrahlung und Mängel beim Wärmeschutz. Mit geeigneten Sonnenschutzmaßnahmen und einer nachträglichen Dämmung der Dachschrägen kann eine Überhitzung vermieden werden.

Wichtig für den sommerlichen Wärmeschutz im Dachgeschoss ist zunächst eine wärmegedämmte und luftdichte Dachkonstruktion, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Dachziegel können sich im Sommer auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen“, so die Expertin.

Häufig gibt es hier jedoch Mängel - auch bei bereits gedämmten Dachschrägen. Typisch sind zum Beispiel undichte Fugen oder undichte Rohr- und Kabeldurchführungen. Beides kann bereits Ursache für zu hohe Temperaturen im Dachgeschoss sein.

 

Den richtigen Dämmstoff wählen

Auch die Wahl des Dämmstoffes und die Dicke der Dämmschicht haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Um eine Überhitzung des Dachraumes im Sommer zu vermeiden, ist eine starke Dämmwirkung die wichtigste Eigenschaft. Günstig ist außerdem ein flexibles Material, das sich an Unebenheiten gut anpasst. Außerdem führen Dämmmaterialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit zu einer langsameren Erwärmung der Innenräume.

Bei Dachfenstern sind Vorrichtungen zum Hitzeschutz sehr wirksam, wenn diese von außen angebracht werden. Dazu gehören Rollläden oder Außenjalousien, aber auch Dachfenstermarkisen.

„Wer Dachfenster austauscht oder neu einbaut, sollte solche Sonnenschutzvorrichtungen gleich mit einplanen“, rät Ramona Ballod.

 

Sonnenschutz von innen oder außen

Auch wenn keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden können, gibt es einige Möglichkeiten, sich vor hohen Temperaturen in Innenräumen zu schützen.

Auch von innen angebrachte Vorrichtungen können diese Funktion erfüllen. Der Schutz ist umso besser, je mehr die dem Fenster zugewandte Seite das Sonnenlicht reflektiert. Die Wirksamkeit von Rollos, Plissees, Lamellen oder Faltstores ist jedoch geringer als bei außenliegendem Sonnenschutz, da nur ein Teil der in den Raum eindringenden Wärme wieder nach außen reflektiert wird. Zugezogene Vorhänge bieten zwar Sicht- und Lichtschutz, aber praktisch keinen Hitzeschutz.

„Sonnenschutz von außen ist am effektivsten“, sagt Expertin Ballod. „Wer das in einer Mietwohnung vorhat, sollte vorher den Vermieter um Erlaubnis fragen.“ Ist diese erteilt, können Markisen, Sonnensegel, Raffstoren oder Rollläden als Hitzeschutz eingesetzt werden, da sie bereits das Eindringen der Sonnenstrahlen in die dahinter liegenden Fenster und Räume verringern.

 

Sonnenschutzfolien als preiswerte Alternative

Einen vergleichsweise kostengünstigen Schutz bieten reflektierende Sonnenschutzfolien, die auf die Fensterscheiben geklebt werden können. „Die Folien können ebenfalls die Aufheizung der Wohnräume verringern, verdunkeln diese damit natürlich auch. 

Sonnenschutzfolien können je nach Produkt von innen oder außen auf Fenster geklebt werden. Wer Fensterfolien selbst verkleben will, sollte die Verwendungshinweise der Herstellerfirma beachten und den Vermieter informieren.

„Goldene Rettungsfolien als vermeintlich preiswerte Alternative sind jedoch nicht geeignet. Wenn diese von innen auf die Fenster aufgebracht werden, kann es zu Spannungsrissen im Fensterglas kommen“, warnt die Expertin.

 

Räume kühlen

Ein mobiles Raumklimagerät kann die Innentemperatur senken. Ein solches Klimagerät verfügt über einen Abluftschlauch, der die erwärmte Luft durch ein geöffnetes oder gekipptes Fenster ins Freie leitet. Neben den Anschaffungskosten von inzwischen 500 bis 1000 Euro kommen je nach Nutzung geschätzte 40 bis 140 Euro Stromkosten im Jahr dazu.

„Einfacher und energiesparender sind Luftkühler. Sie funktionieren wie ein Ventilator und kühlen die vorbeiströmende Luft zusätzlich durch die Verdunstung von Wasser in einem eingebauten Tank und Kühlakkus“, sagt Ramona Ballod.

Luftkühler verbrauchen deutlich weniger Strom als Klimageräte. Zu beachten ist, dass sie die Raumtemperatur jedoch nicht dauerhaft senken, da die Kühlzeit durch die Größe des Wassertanks und der Kühlakkus begrenzt ist.

Übrigens: Wer überwiegend nachts stark lüftet, wenn die Außentemperatur niedriger als die Raumtemperatur ist, trägt zur Abkühlung der Wohnräume bei.
 

Weitere Fragen zum Thema Wärme- und Hitzeschutz beantworten die Energieberater:innen der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch kann unter der Telefonnummer 0800 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden.
 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

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