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Fastenzeit und Verzicht: Alkoholpause tut dem Körper gut |

(Foto: Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See)

Fastenzeit und Verzicht: Alkoholpause tut dem Körper gut

Gesundheit Pressemitteilungen
22.02.2023, 13:50 Uhr
Von: Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
Tipps von</span><span>&nbsp;</span><span>Dr. Melanie Volkmer</span><span>&nbsp;</span><span>/ Maßvoller Genuss ist wichtig

Die Aussicht auf Gewichtsverlust, bessere Gesundheit und Glücksgefühle motiviert: viele Menschen starten mit guten Vorsätzen in die Fastenzeit. Zu den populären zählt der Verzicht auf Alkohol. „Auch wer Alkohol generell maßvoll genießt. Grundsätzlich tut jede längere Pause unserem Körper gut“, sagt Dr. Melanie Volkmer von der Knappschaft-Bahn-See.

Getreu dem alten Sprichwort: „Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren“ ist Alkohol weithin als Teil unseres Gesellschafslebens akzeptiert und gehört für viele zum guten Geschmack. Mehr als 80 Prozent der Erwachsenen trinken regelmäßig Alkohol, pro Kopf sind es rund 125 Liter im Jahr.

In der Corona-Zeit hat der Konsum in verschiedenen Altersklassen sogar wieder zugenommen. Kurzfristig könne Alkohol Entspannung und gute Laune auslösen. „Umfragen zeigen, dass viele glauben, auf diese Weise besser Stress abbauen und vom Alltag abschalten zu können“, berichtet Sozialmedizinerin Volkmer.

„Generell muss der Konsum von Alkohol nicht gleich ein schlechtes Gewissen erzeugen. In vernünftigen Maßen ist Alkohol zumindest für gesunde Erwachsene nicht gesundheitsschädlich", betont Dr. med. Melanie Volkmer.

Studien zufolge ist Rotwein gesund und senkt das Risiko für Herzerkrankungen. "Bei Menschen mittleren und höheren Alters kann ein kleines Glas Bier oder Wein an jedem zweiten Tag unter Umständen das Risiko senken, einen Herzinfarkt zu erleiden", erläutert die Sozialmedizinerin der Knappschaft-Bahn-See. Diesen Effekt könne man allerdings auch verstärkt durch Sport, Bewegung und richtige Ernährung erzielen. "Nüchtern betrachtet ist Alkohol eine Droge und ein Zellgift und deshalb mit Vorsicht und Maß zu konsumieren", mahnt Dr. Melanie Volkmer. Im Körper wirkt Alkohol wie ein Betäubungsmittel. Bereits ab etwa 0,2 Promille leiden Sehvermögen und Bewegungskoordination, Gehör und Geruchssinn.

„Die Grenzen unbedenklicher Trinkmengen sind schnell überschritten", rät die Gesundheitsexpertin zur Vorsicht. Gefahren würden vielfach erst erkannt, wenn die Grenze zu Missbrauch und Abhängigkeit überschritten sei. Auch das festige den Ruf des Alkoholkonsums als Volkskrankheit und Volksdroge Nummer eins.

Für Männer gilt beim Konsum laut KNAPPSCHAFT ein Grenzwert von 25 Gramm Alkohol pro Tag, was umgerechnet etwa einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein entspricht. Bei Frauen liegt die Höchstmarke noch deutlicher darunter, weil sie einen geringeren Körperflüssigkeitsanteil aufweisen und die weibliche Leber kleiner ist. Sie sollten täglich maximal 13 Gramm Alkohol zu sich nehmen, ergänzt die Ärztin.

Unter Jugendlichen ist nach Angaben der KNAPPSCHAFT das exzessive Rauschtrinken weiterhin weit verbreitet. Für Kinder oder Schwangere sollte Alkohol generell tabu sein. Im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten kann es zu vielfältigen und gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Depressionen können bereits durch geringe Mengen Alkohol ungünstig beeinflusst werden, warnt die Ärztin der Knappschaft-Bahn-See. Auch erhöhe Alkohol das Risiko von Folgeerkrankungen wie etwa Mund-, Speiseröhren-, Leber- und Darmkrebs und speziell bei Frauen Brustkrebs.

Zum Stressabbau oder als Schlafmittel sei Alkohol ebenfalls ungeeignet, da er nach kurzfristigen euphorischen Effekten das Gegenteil bewirke. „Um die gesundheitlichen Risiken klein zu halten, sollte an mindestens zwei Tagen in der Woche generell kein Alkohol getrunken werden“, rät Gesundheitsexpertin Volkmer.

Von einigen Wochen Verzicht profitieren das Herz-Kreislaufsystem, der Magen und die Leber. Positiv wirkten sich Trinkpausen auch auf Schlaf, Blutdruck, Körpergewicht, Konzentrationsfähigkeit und das Krebsrisiko aus.

Statistisch sterben in Deutschland jährlich 420000 bis 740000 Menschen an direkten und indirekten Folgen des Nervengifts. Die Kosten von Alkoholmissbrauch summieren sich auf jährlich auf weit mehr als 50 Milliarden Euro; in Form direkter Kosten für das Gesundheitssystem sowie durch indirekte Folgen wie Produktionsausfall, Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung und vorzeitiger Tod. Jährlich stehen bundesweit bis zu 80.000 Todesfälle in Verbindung mit Alkohol.
 

5 Tipps der KNAPPSCHAFT zum Umgang mit Alkohol

  1. Vermeiden Sie es, sich zu betrinken. Bei jedem Vollrausch sterben Millionen von Zellen und Nervenbahnen im Gehirn ab.
  2. Seien Sie Vorbild im Umgang mit Alkohol. Kinder und Teenager orientieren sich an ihrem Umfeld und übernehmen oft Trinkgewohnheiten
  3. Problematisch erscheint es, wenn man nur mit Alkohol Spaß haben kann. Deshalb sollte bei Feiern durchaus auch bewusst mal ganz auf Alkohol verzichtet werden.
  4. Alkohol sollte nicht zur Konfliktlösung oder Ablenkung von Problemen getrunken werden. Kurzfristig vermag er zu euphorisieren, langfristig bewirkt es das Gegenteil.
  5. Trinken Sie keinen Alkohol, wenn es auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und schnelle Reaktionen ankommt. Im Körper wirkt Alkohol wie ein Betäubungsmittel.

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